Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 87 - 02.08.2017

Mecklenburg-Vorpommern: Es mangelt an guten Ausbildungsplätzen

Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern ist im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich gesunken - um 5,4 Prozent bzw. 573 Stellen auf 10.126. Die Zahl der gemeldeten BewerberInnen stieg dagegen sehr deutlich um 12,6 Prozent auf 9.304 und damit den höchsten Stand in diesem Jahrzehnt. Nur 3.335 dieser BewerberInnen (36 Prozent) mündeten bisher in eine duale Berufsausbildung tatsächlich ein, alle andere BewerberInnen blieben unversorgt oder mussten sich eine Alternative suchen. Im aktuellen Arbeitsmarktbericht der Arbeitsagentur für Mecklenburg-Vorpommern rangieren unter den Top Ten der unbesetzten Ausbildungsplätze die Berufe Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau und Hotelfachmann/-frau auf den Plätzen 1, 2 und 3.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Die Zahlen machen massive Probleme in der berufliche Ausbildung deutlich. Ausbildungsbereitschaft und –fähigkeit der Unternehmen müssen deutlich gesteigert werden, um endlich allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. Es ist nicht zielführend, als Arbeitgeber immer nur die Ausbildungsbereitschaft der jungen Menschen zu hinterfragen: Nötig sind passgenaue Angebote, eine gesicherte Ausbildungsqualität und gute Aufstiegschancen. Gerade erst hat der Wirtschaftsminister stolz verkündet, dass Mecklenburg-Vorpommern bei den Urlaubsreisen der Deutschen ab fünf Tagen Dauer auf Platz 1 der bundesweiten Statistik steht. Nun macht ihm die Arbeitsagentur klar: Wenn sich nicht schnell etwas bei Löhnen und Arbeitsbedingungen verbessert, müssen die Hotel- und Restaurantbesitzer bald selber Schürze und Putzlappen in die Hand nehmen. Ihre Ausbildungsangebote gelten als die unattraktivsten im ganzen Land. Gastronomie und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern kommen nur durch korrekte Tariflöhne, Qualität und Service voran. Immer mehr Gäste interessieren sich auch für die Arbeitsbedingungen, wenn sie irgendwo einkehren. Geschäftsmodelle, die auf Billiglöhnen basieren, haben keine Zukunft. Der Dehoga-Verband muss endlich eine Qualitätsoffensive bei seinen Ausbildungsbedingungen starten und für rechtskonforme Umsetzung aller gültigen Gesetze sorgen. Selbst bei den seltenen Kontrollen des Zolls wurde jeder zehnte überprüfte Gastronomiebetriebe in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Verstoß gegen das Mindestlohngesetz ertappt. Diese Problembranche braucht eine enge Begleitung durch den Arbeitsschutz, die Kammern und zuständigen Landesministerien.“


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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