Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07 - 19.01.2017

Die neue Allianz für Weltoffenheit in Schleswig-Holstein

Mit Beginn des Jahres 2017 hat in Schleswig-Holstein die „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat“ ihre Arbeit aufgenommen. Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Sozialverbände, Landessportverband, Kinderschutzbund und Landesfrauenrat wollen sich gemeinsam für ein weltoffenes Land und gegen Hass und Gewalt einsetzen. Die Allianz war 2016 als bundesweiter Zusammenschluss ins Leben gerufen worden - die Partner machen sich gemeinsam stark für Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat sowie gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt. Ab sofort gibt es einen starken Arm der Allianz auch im Norden.

Schleswig-Holstein zeichnet sich seit jeher durch seine Weltoffenheit aus. Das Land zwischen den Meeren ist geprägt von seiner Lage am Wasser, die Häfen des Nordens sind Drehscheibe in alle Welt. Das Land ist auch geprägt durch Zuwanderung und das Zusammenleben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur.

Als Teil Deutschlands und der Europäischen Union als Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft ist Schleswig-Holstein den universellen Menschenrechten verpflichtet. Der im Grundgesetz verankerte Schutz der Menschenwürde gilt für alle Menschen, gleich ob sie seit Generationen hier leben, zugewandert oder als Geflüchtete nach Schleswig-Holstein gekommen sind.

Die Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins stehen mit einer überwältigenden Mehrheit zu diesen Grundpfeilern unserer freiheitlichen Gesellschaft. Sie sagen Nein zu Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt in Schleswig-Holstein. Sie sagen Ja zu einem friedlichen Miteinander unterschiedlicher Menschen, Ja zu einer streitbaren parlamentarischen Demokratie und Ja zu einem freiheitlichen Rechtsstaat.

Mit großer Sorge erfüllt uns die Tatsache, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen das Thema Flucht und Migration derzeit dazu nutzen, Feindseligkeit zu schüren und unsere freiheitlich-demokratische Ordnung in Frage zu stellen. Jeder Form von Hass, Rassismus, Beleidigung oder Gewalt treten wir mit Entschiedenheit entgegen. Gleichzeitig laden wir alle ein zu einem ernsthaften und sachlichen Dialog darüber, wie den derzeitigen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen ist.

Die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit bilden den demokratischen Kitt, der unsere pluralistische Gesellschaft trotz aller Unterschiede zusammenhält. Die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft dürfen wir nicht aufgeben. Die Würde des Menschen zu schützen, ist unser Ziel.

Wir haben dabei alle Gruppen der Gesellschaft im Blick und treten für eine solidarische und nachhaltige Politik ein, die allen in Deutschland lebenden Menschen eine gerechte Teilhabe eröffnet. Unsere Gesellschaft darf nicht gespalten werden.

Wir wollen allen Bürgerinnen und Bürgern in Schleswig-Holstein die Möglichkeit geben, ein Zeichen zu setzen. Die Allianz für Weltoffenheit will motivieren, sich deutlich zu einem weltoffenen, solidarischen, demokratischen und rechtsstaatlichen Schleswig-Holstein zu bekennen.

Die Langfassung und Kurzfassung des Aufrufes mit einem ausführlichen Forderungskatalog erhalten Sie in der Anlage.

 

Die Erstunterzeichner des Allianzaufrufes sind:

Wolfgang Baasch

Landesvorsitzender, Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Schleswig-Holstein

Günter Ernst-Basten

Geschäftsführender Vorstand, Paritätischer Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein e.V.

Dr. Stefan Heße

Erzbischof von Hamburg

Anke Homann

Vorsitzende, LandesFrauenRat Schleswig-Holstein e.V.

Irene Johns

Landesvorsitzende, Deutscher Kinderschutzbund e.V. (DKSB) Landesverband Schleswig-Holstein

Gothart Magaard

Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Nordkirche

Fatih Mutlu

Vorsitzender, SCHURA – Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V.

Uwe Polkaehn

Vorsitzender, Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Nord (DGB Nord)

Wolfgang Schneider

Landesvorsitzender, SoVD – Sozialverband Deutschland e.V

Hans-Jakob Tiessen

Präsident, Landessportverband Schleswig-Holstein e.V.

 

Wir wollen allen Bürgerinnen und Bürgern in Schleswig-Holstein die Möglichkeit geben, ein Zeichen zu setzen. Dazu wird es in den Städten und Kommunen zu örtlichen Aktionen kommen, um den Willen der Mehrheit zu dokumentieren, dass unser Land sich weltoffen und solidarisch, rechtsstaatlich, respektvoll und gewaltfrei weiterentwickeln soll. Auch in aktuellen Debatten wird sich die Allianz zu Wort melden und mit Blick auf die Landtagswahl für ihre positiven Werte eintreten.

 

Die Allianzpartner werden bei vielen Gelegenheiten „Flagge zeigen“. Visualisiert wird dies in einer Fotokampagne, an der sich Verbände, Einrichtungen und Einzelpersonen beteiligen können.  Zur Auswahl stehen folgende Motive und Slogans:

 

  • Allianz für Weltoffenheit Schleswig-Holstein
  • Die Würde des Menschen ist unantastbar
  • Unsere Alternative heißt Weltoffenheit und Solidarität

 

Die Fotos der Teilnehmenden können dann auf der Homepage der Allianz eingestellt und in sozialen Netzwerken geteilt werden.

 

Ein Pin mit dem Wort „weltoffen“ kann auch als weiteres persönliches Bekenntnis getragen werden.

 

Eine Abbildung der Materialien (Banner, Aufkleber, Pin) erhalten Sie in der Anlage.

 

 

 

Alle Materialien können bestellt werden bei den Allianzpartnern oder im gemeinsamen Kontaktbüro unter folgender Adresse:

 

Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat - gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt in Schleswig-Holstein, Legienstraße 22, 24103 Kiel

 

Die Allianz ist im Internet zu erreichen unter folgender Adresse: www.weltoffen-sh.de

 

 

Stimmen der Allianzpartner

Wolfgang Baasch, Landesvorsitzender, Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Schleswig-Holstein: „Zwischen Menschenrechten und den Grundwerten der AWO, Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, besteht eine unauflösliche Verbindung. Die Arbeiterwohlfahrt unterstützt Flüchtlinge, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben mit gleichberechtigtem Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt zu ermöglichen und tritt diskriminierenden und rassistischen Haltungen entgegen.“

Günter Ernst-Basten, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Schleswig-Holstein: „Das Recht auf Asyl bedeutet für uns, dass wir uns um die Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten aus Angst um ihr Leben zu uns kommen, kümmern. Und zwar so, wie es internationale Vereinbarungen vorsehen. Bund, Land und Kommunen schaffen mit Organisationen, Verbänden und Initiativen die Infrastruktur für die Integration, der Alltag wird jedoch von den Menschen gestaltet. Integration richtet sich als gesellschaftliche Aufgabe an alle. Deshalb rufen wir alle dazu auf, durch Aufgeschlossenheit und Austausch oder sogar durch aktives Engagement zur Integration beizutragen.“

Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg: „Viele Menschen suchen im Moment in Schleswig-Holstein eine neue Heimat. Und auch wenn einige Werte und Wohlstand in Gefahr sehen, so packt die überwältigende Mehrheit doch mit an, damit dieses Land für alle ein Zuhause wird, ein Zuhause mit klarem Wertegerüst. Nur so wird aus einer vermeintlichen Krise eine Chance, nämlich die Chance, solidarisch und barmherzig zu sein.“

Anke Homann, Vorsitzende, LandesFrauenRat Schleswig-Holstein e.V.: „Als LandesFrauenRat freuen wir uns, Teil dieser Allianz zu sein. Die Werte, für die die Allianz steht, sind für uns von zentraler Bedeutung. Viele frauenpolitische Errungenschaften sind wesentlich durch Solidarität und Rechtstaatlichkeit verwirklicht worden. Um zukünftig weitere Fortschritte machen zu können, brauchen wir Weltoffenheit und Demokratie.“

Irene Johns, Landesvorsitzende, Deutscher Kinderschutzbund e.V. (DKSB), Landesverband Schleswig-Holstein: „Weltoffenheit bedeutet für den Kinderschutzbund Schleswig-Holstein die Achtung und Umsetzung der Menschenrechte und damit selbstverständlich auch der Rechte allerKinder – gleich welcher Herkunft, Kultur oder Religion. Das bedeutet, jedes Kind hat ein Recht auf Schutz, eine gesunde Entwicklung, Bildung sowie Beteiligung. Davon sollte unser aller Handeln zu jeder Zeit bestimmt sein, denn gelungene Integration und damit die Zukunft einer weltoffenen und toleranten Gesellschaft beginnt bei den Kindern.“

Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Nordkirche: „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Bei der Aufnahme und Integration von schutzsuchenden Menschen haben die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner Großartiges geleistet. Ich erlebe in den Kirchengemeinden ein beständiges Vertrauen in den Mitmenschen und eine gelebte Sorge um den Nächsten. Unsere Kirchen und Einrichtungen sind dabei Begegnungsräume für alle. Es gibt bei manchen Menschen aber auch die Sorge um das Bestehende und eine Angst vor der Zukunft. Damit wir alle Menschen im Blick behalten und Anfeindungen und Gewalt keine Chance haben, brauchen wir in Schleswig-Holstein eine breit aufgestellte Allianz möglichst aller gesellschaftlichen Kräfte.“

Fatih Mutlu, Vorsitzender, SCHURA – Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V.: „Schleswig-Holstein ist weltoffen und migrantisch, weil eine Vielfalt von Menschen hier eine Heimat finden konnte. Schleswig-Holstein ist interreligiös, weil es eine Vielfalt von Gotteshäusern gibt. Wir gehören zusammen, denn unsere Vielfalt stärkt unsere Gemeinschaft in Politik, Gesellschaft und  Religion. Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – dafür setzen wir gemeinsam ein Zeichen.“

Uwe Polkaehn, Vorsitzender, Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Nord (DGB Nord): „Diese Allianz ist ein Bündnis gegen die Spaltung der Gesellschaft, ein Bündnis für sozialen Zusammenhalt. Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat sind die Werte, auf denen unsere Gesellschaft fußt. Die Gewerkschaften sind der Solidarität verpflichtet - wir haben alle Gruppen im Auge und treten dafür ein, dass gute Bildung, tarifliche Entlohnung und bezahlbarer Wohnraum für alle geschaffen werden.“

Wolfgang Schneider, Landesvorsitzender, SoVD – Sozialverband Deutschland e.V.: „Zu den Grundwerten des Sozialverbandes Deutschland gehört es, sich für Hilfesuchende, Schutzbedürftige und Menschen in Not einzusetzen. Wir stehen zu den demokratischen Grundwerten unserer Verfassung, die allen Menschen Grundrechte zusichert. In dieser Achtung vor diesen Grundwerten werden wir uns auch von Verblendung, Verachtung und Verfassungsgegnern nicht einschüchtern lassen. Deswegen stehen wir zur Allianz für Weltoffenheit.“

Hans-Jakob Tiessen, Präsident, Landessportverband Schleswig-Holstein e.V.: „Jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Hass auf andere Menschen aufgrund ihrer Nationalität, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder kulturellen Herkunft hat im Sport in Schleswig-Holstein keinen Platz. Eindeutig beziehen wir Position gegen diejenigen, die Hass schüren und mit hohlen und dumpfen Parolen andere auf ihre Seite ziehen wollen. Das Motto „Sport für alle“ hat selten so viel Bedeutung gehabt wie in diesen Tagen.“


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