Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 108 - 19.09.2017

Neue Studie belegt hohe Mietbelastungen im Norden

 

In immer mehr Großstädten leiden viele Menschen unter einer kaum noch tragbaren Belastung durch hohe Mieten. Das ist das Ergebnis eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts der HU Berlin in Kooperation mit der Uni Frankfurt. Rund vier von zehn Haushalten in den Großstädten, darunter Hamburg, Kiel, Lübeck und Rostock, müssen demnach schon mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete (bruttokalt) ausgeben.

Von den insgesamt 77 untersuchten Großstädten liegen zwei in Schleswig-Holstein, eine in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Mietbelastungsquote höher als 30 Prozent haben in Kiel 40,1 Prozent, in Lübeck  38,2 Prozent aller Haushalte, in Rostock 37,9 Prozent. In Hamburg beträgt die Quote 42,8 Prozent [siehe angehängtes Datenblatt als PDF].

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: "Die Spaltung in Arm und Reich hat auch viel zu tun mit den Monster-Mieten und Niedriglöhnen in den Metropolen. Ein Sofortprogramm für mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau ist auch im Norden  dringend nötig, denn viele können sich gar kein Eigentum leisten. Die Mietpreisbremse muss zugunsten der Mieter verschärft werden. Ein Preis-Deckel allein langt nicht: Wer eine Wohnung mieten möchte, muss einen Rechtsanspruch auf Auskunft über die für diese Wohnung zuvor gezahlte Miete erhalten. Und in das Gesetz müssen spürbare Sanktionsmöglichkeiten hinein: Die Mietpreisbremse wird nur wirken, wenn Verstöße der Vermieter auch geahndet werden können.“

Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch, weil dann nur relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensführung verfügbar bleibt, insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen.

Hinweis: Die Bruttokaltmiete setzt sich zusammen aus der Grundmiete und den Nebenkosten, jedoch ohne Heiz- und Warmwasserkosten.

Die Studie finden Sie hier: https://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/106575_110740.htm

Zum Sofortprogramm – das fordert der DGB für bezahlbaren Mietwohnungsbau: https://www.dgb.de/-/n0V


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-2858 206
Tel. 040-2858 207
Fax. 040-2858 230

Günter Beling / copyright Ole Stichling

© Ole Stichling

Günter Beling

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

© Peter Bisping

Sekretariat: Kerstin Koch