Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 114 - 10.11.2016

PC-Arbeit, Smartphone, Home Office: Das muss man regeln

Angesichts alarmierender Zahlen über die Auswirkungen des digitalen Arbeitens fordert der DGB Nord die norddeutschen  Arbeitgeber auf, die Beteiligung der Betriebsräte bei der Digitalisierung in der Produktion und bei Dienstleistungen zu erhöhen und Betriebsratsgründungen dort zu fördern, wo Mitarbeiter bisher ohne Interessenvertretung sind.

Insgesamt 45 Prozent der von Digitalisierung Betroffenen arbeiten nach DGB-Erhebungen sehr häufig und oft in dem Gefühl, der digitalen Technik ausgeliefert zu sein; wo es Beteiligungsmöglichkeiten gibt, liegt der Anteil geringer. 54 Prozent der Beschäftigten beklagten, die von ihnen zu bewältigende Arbeitsmenge habe infolge der Digitalisierung zugenommen, nur 7 Prozent berichten dagegen von einer Verringerung. 28 Prozent arbeiten im Zuge der Digitalisierung vermehrt von zu Hause oder unterwegs aus. 74 Prozent sagten, sie hätten keinen oder kaum Einfluss auf den Einsatz digitaler Technik an ihrem Arbeitsplatz.

"Das Arbeiten am PC, am Smartphone und im Home Office muss dringend humanisiert werden, sonst geht das auf die Gesundheit. Die Digitalisierung braucht Regeln und mehr Mitbestimmung der Beschäftigten", sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, nach der Vorstellung des neuen DGB-Index Gute Arbeit 2016. 82 Prozent der Befragten gaben bei dieser Umfrage an, dass die Digitalisierung ihren Berufsalltag prägt - durch E-Mails, Smartphones, computergesteuerte Produktions- und Terminplanung. Die Zunahme der Arbeitsbelastung hat ihren Grund auch darin, dass sie selten mitbestimmen dürfen, wann und wie neue Technologien eingesetzt werden.

Der DGB fordert eine umfassende Arbeitszeiterfassung und ein Mitbestimmungsrecht des Beschäftigten über seine Arbeitszeit. Es wird höchste Zeit, neue Regeln zu finden.  Polkaehn: "Unternehmen, die die Chancen von "Arbeit 4.0" nutzen wollen, müssen aus dem technischen auch einen sozialen Fortschritt machen.  Wir brauchen gemeinsam ein neues Verständnis der Arbeitszeit. Und das muss dann in Tarifverträgen verbindlich festgelegt werden. Die Zeit der digitalen Freibeuterei im Norden sind vorbei.“

 

Weitere Zahlen und Details finden Sie hier: http://www.dgb.de/-/h2R

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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