Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 56 - 01.07.2014

Faule Tricks auf dem Erdbeerfeld: Mindestlohn kontrollieren!

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), fordert Ministerpräsident Erwin Sellering auf, eine lückenlose Kontrolle des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro auch in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns sicherzustellen. „Trickserei auf dem Spargel- oder Erdbeerfeld muss von Anfang an unterbunden werden. Je mehr Sonderregelungen und Ausnahmen geschaffen werden, desto umfassender müssen die Betriebe kontrolliert werden, um einen Missbrauch von Regeln und Fristen zu unterbinden“, so Uwe Polkaehn: „Grundsätzlich gilt ab 2015: Niemand darf weniger als 8,50 Euro verdienen, denn es gilt der Gleichheitsgrundsatz. Es gibt auch keinen Grund, den Mindestlohn ausländischen Saisonarbeitern vorzuenthalten – Würde kennt nämlich keine Ausnahmen, und Erntehelfer machen einen überaus harten Job. Ich erwarte auch vom Bauernverband ein deutliches Bekenntnis zu fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen im Land. Wenn er zügig einen Tarifvertrag für Saisonarbeiter unterschreibt, kann er noch die Übergangsfrist des Mindestlohngesetzes bis 2016 nutzen. Das absurde Geschrei der Arbeitgeber gegen die neue Ordnung der Arbeit muss aber aufhören. Wenn etwa der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern vorhersagt, im nächsten Jahre könne sich niemand mehr Spargel und Erdbeeren leisten, zeigt das nur, wie weltfremd und egozentrisch manche Arbeitgeber geworden sind. Die Arbeit hat ihren Wert, und von seinem Lohn muss man auch leben können. Die Unternehmer müssen neu kalkulieren: Geschäftsmodelle, die auf Hungerlöhnen basieren, werden vom Markt verschwinden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern muss die Kontrolle des Mindestlohns daher lückenlos und umfassend erfolgen. Das Land muss raus aus dem Lohnkeller – das ist eine Aufgabe der Sozialpartner und des Gesetzgebers.“


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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