Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 43 - 28.04.2017

Online-Check zur Landtagswahl / Frage 8: Arbeitsforschung 4.0: Was tun Sie für eine gute Digitalisierung?

Am 7. Mai 2017 bestimmen die Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins die Zukunft des Landes. Der DGB Nord hat zur Landtagswahl unter www.nord.dgb.de seinen Online-Check der Parteien gestartet. Dort finden Sie auch die ausführlichen Wahlanforderungen der Gewerkschaften.

Frage 8:

Jeder zweite Arbeitnehmer sagt: Die Arbeitsbelastungen nehmen auch durch Computer, Roboter und Smartphone zu. Arbeit 4.0: Ein Lehrstuhl für Arbeitsforschung soll Wege zu einer guten Digitalisierung aufzeigen und Beratung für Betriebs- und Personalräte bieten. Unterstützt Ihre Partei die Gewerkschaften in diesem Ziel?

SPD
Die Digitalisierung führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Art und Weise wie wir leben und arbeiten. In vielen Bereichen gibt es Entlastungen, z.B. durch schnellere und effizientere Kommunikationsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite ergeben sich Mehrbelastungen.
So entspricht es beispielsweise nicht unserer Vorstellung von Guter Arbeit, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an sieben Tagen die Woche 24 Stunden erreichbar sind und auf dienstliche Erfordernisse auch in ihrer Freizeit kurzfristig reagieren müssen.
Die Arbeitsforschung hat sich an vielen Hochschulen bundesweit und in Europa etabliert. Deshalb wollen wir auch an einer schleswig-holsteinischen Hochschule einen Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft einrichten.

 
CDU
Ein eigener Lehrstuhl für Arbeitsforschung ist von Seiten der CDU nicht geplant. Gleichwohl ist das Thema an einer großen Anzahl an Lehrstühlen präsent. Deshalb wäre es aus Sicht der CDU wünschenswert, wenn sich alle Lehrstühle in Schleswig-Holstein mit Schnittmengen zur Arbeitsforschung in einem „Netzwerk Arbeitsforschung“ zusammenschließen. Wir werden z.B. im Bereich der schulischen Bildung eine wissenschaftliche Erhebung über die tatsächliche Arbeitsbelastung der Lehrkräfte durchführen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden wir den tatsächlichen Bedarf an Lehrkräften ermitteln und an den Schulen entsprechende Stellen schaffen.

Die Grünen
Wir GRÜNE unterstützen die Einrichtung eines Lehrstuhls für Arbeitsforschung und sind grundsätzlich der Meinung, dass mehr Themenvielfalt im Bereich Ökonomie in der Wissenschaft sinnvoll wäre. Klimaschutz, Verteilungsfragen und Mitbestimmung gehören in jedes Ökonomiestudium. Der vom DGB vorgeschlagene Lehrstuhl wird von uns deshalb unterstützt. Wir wollen dazu Gespräche mit den Hochschulen führen.

 
FDP
Ja, das unterstützen wir. Die FDP hat übrigens bereits beantragt, eine wissenschaftliche Studie zu Arbeitsbelastungen von Lehrkräften durchzuführen, was bedauerlicherweise von der Landesregierung abgelehnt wurde. Weiterhin sind bestehende Forschungsvorhaben zu unterstützen und diese weiter mit der Praxis zu vernetzen. So besteht ein Schwerpunktprogramm zu Entwicklungen im deutschen Arbeitsmarkt bei der Deutschen Forschungsgesellschaft, auch das Institut für Weltwirtschaft hat einen Forschungsbereich zu den Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt. Schließlich bestehen bereits zahlreiche Lehrstühle zum Thema Arbeitswissenschaft an verschiedenen Universitäten.

 
Piraten
 
SSW
Im Privatleben und nicht zuletzt im Arbeitsleben wird die Digitalisierung weiter Einzug halten. Dieser Trend lässt sich nicht aufhalten. Daher wollen wir die Entwicklung politisch mitgestalten. Unser Ziel dabei ist, diese Entwicklung soll so weit wie möglich passieren, ohne dass daraus neue Verliererinnen und Verlierer hervorgehen. Das ist das Wichtigste. Die Digitalisierung und die Bevölkerungsentwicklung bieten auch Möglichkeiten, unser Land neu zu gestalten und neue wirtschaftliche Chancen zu nutzen. Dafür wollen wir uns in der neuen Wahlperiode bis 2022 stark machen.
Wir wollen unsere Unternehmen bei der Digitalisierung der Wirtschaft („Industrie 4.0“) begleiten und unterstützen. Dazu gehört auch die Mitnahme und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wollen, dass die Gewerkschaften sich in diesem Prozess nicht nur konstruktiv beteiligen, sondern ihn auch mitgestalten.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 22
Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Günter Beling / copyright Ole Stichling

© Ole Stichling

Günter Beling

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

© Peter Bisping

Sekretariat: Kerstin Koch