Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 119 - 28.11.2016

Jeder zweite Beschäftigte bekommt Weihnachtsgeld

Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form von Weihnachtsgeld. Die Chancen steigen dort, wo Tarifverträge gelten: Unter den Beschäftigten, in deren Betrieb ein Tarifvertrag gilt, erhalten 71 Prozent ein Weihnachtsgeld. Ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, können sich nur 44 Prozent über die Sonderzahlung freuen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird.  

Nach wie vor gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. In Westdeutschland bekommen 57 Prozent, in Ostdeutschland 45 Prozent der Beschäftigten ein Weihnachtsgeld – im vergangenen Jahr hatte dort der Anteil nur 40 Prozent betragen.. Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld als Männer - bei den Frauen sind es 51 Prozent, bei den Männern dagegen 57 Prozent. Beschäftigte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu 56 Prozent ein Weihnachtsgeld, befristet Beschäftigte nur zu 49 Prozent. Und: Mitglieder einer Gewerkschaft sind deutlich im Vorteil - 62 Prozent von ihnen erhalten Weihnachtsgeld, Nichtmitglieder dagegen nur zu 53 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet. Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Dort, wo die Tarifabschlüsse dieses Jahr höher ausgefallen sind, steigen auch die tariflichen Weihnachtsgelder stärker.

 Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Die Tarifabschlüsse der letzten Zeit machen sich auch im Norden und Nordosten positiv bemerkbar. Mitglied in einer Gewerkschaft sein und Tariflöhne durchsetzen – dann steigt auch die Chance, dass sich vor Weihnachten etwas im Geldbeutel der Arbeitnehmer tut. Wir erwarten von den Arbeitgeberverbänden, dass sie jetzt bei allen Unternehmen Tariftreue einfordern und Lohndumping  in ihren Reihen nicht dulden. Firmen, die Tariflöhne und Weihnachtsgeld verweigern, sollten auch von den Wirtschaftsministern der Länder angesprochen werden – Wirtschaftsförderung darf es nur für die geben, die gute und faire Arbeitsbedingungen bieten.“

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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