Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 058 - 28.06.2016
Der Norden hat den größten Nutzen

Mindestlohn steigt auf 8,84 Euro

Die Mindestlohnkommission hat am Dienstag in Berlin beschlossen, der Bundesregierung eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 8,84 Euro je Stunde vorzuschlagen. Die Bundesregierung wird nun prüfen, ob sie dieser Empfehlung folgt und den gesetzlichen Mindestlohn per Rechtsverordnung zum 1. Januar 2017 anhebt.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, erklärt dazu:

„Das ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen. In Schleswig-Holstein haben rund 128.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer etwas von dieser Erhöhung, in Hamburg 72.000 und in Mecklenburg-Vorpommern 146.000. Aber auch vom neuen Mindestlohn kann niemand große Sprünge machen oder gar eine auskömmliche Rente schaffen. Dazu müssen gute Tarifverträge und ordentliche Lohnabschlüsse her. Attraktiv werden Firmen nur, wenn sie gute Arbeitsbedingungen bieten – das muss man gerade der Gastronomie und Tourismusbranche immer wieder sagen. Der Norden hat vom Mindestlohn den größten Nutzen, denn hier besteht im Bundesvergleich erheblicher Nachholbedarf bei den Arbeitnehmereinkommen. Dass der Mindestlohn wirkt, ist erwiesen. Die Löhne der untersten Einkommensgruppe in den "typischen" Mindestlohn-Branchen ist innerhalb des ersten Jahres deutlich gestiegen. Der höhere Mindestlohn ist aber auch positiv für Wirtschaft, Steuer- und Sozialsysteme: Jedes Cent mehr bringt 70 Millionen Euro mehr Kaufkraft – und damit auch mehr Steuer- und Beitragseinnahmen.“

In Schleswig-Holstein betrugen die Lohnzuwächse bis Ende 2015 zum Beispiel in den Wach- und Sicherheitsdiensten 15,1 Prozent und im Gastgewerbe 9,8 Prozent, in Hamburgs Post- und Kurierdiensten 8,3 Prozent sowie in Heimen und Sozialwesen 8 Prozent, in Mecklenburg.-Vorpommern im Gastrogewerbe 10 Prozent und bei Verkehr und Lagerei sogar 12,5 Prozent.

Neue DGB-Datenkarte für alle Bundesländer: https://www.dgb.de/-/gdw

In allen Bundesländern sind die Löhne der untersten Einkommensgruppe in diversen Branchen deutlich gestiegen.

Deutschlandweit hat die Beschäftigung in Branchen zugenommen, in denen der Mindestlohn für ein Lohnplus sorgte.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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