Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 121 - 02.11.2017

Ausbildung: Arbeitgeber verprellen Fachkräfte

Die duale Berufsausbildung bleibt in Schleswig-Holstein entgegen vieler Unkenrufe für junge Leute nach wie vor der bevorzugte und attraktive Einstieg ins Berufsleben. Die Bewerberzahl stieg zum Ende des Vermittlungsjahres mit Stichtag 30. September auf den zweithöchsten Stand seit der Jahrtausendwende.  Leider hält aber das Ausbildungsangebot der Betriebe vielfach weder quantitativ noch qualitativ damit Schritt. Berücksichtigt man die hohe Zahl von unvermittelten und nicht eingemündeten Bewerbungen sowie den seit Jahren im Bundesvergleich viel zu hohen Bestand von Jugendlichen in Übergangsmaßnahmen, muss in Schleswig-Holstein weiterhin von einer Ausbildungsplatzlücke von mehr als  4.000 betrieblichen Plätzen ausgegangen werden. Nur 8.805 der insgesamt 20.246 Bewerberinnen und Bewerber mündeten tatsächlich in eine duale Berufsausbildung ein, alle anderen blieben unversorgt oder mussten sich eine Alternative suchen. 2.014 registrierte Bewerberinnen und Bewerber hatten sogar zum Ende des Vermittlungsjahres weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative – ein Zuwachs zum Vorjahr um 18,3 Prozent.

Die duale Berufsausbildung bleibt in Mecklenburg-Vorpommern entgegen vieler Unkenrufe für junge Leute nach wie vor der bevorzugte und attraktive Einstieg ins Berufsleben. Die Zahl der gemeldeten Bewerbungen stieg in Mecklenburg-Vorpommern zum Ende des Vermittlungsjahres mit Stichtag 30. September deutlich um zwei Prozent auf 9.078 und damit den höchsten Stand in diesem Jahrzehnt. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen sank dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 10.401. Der Ausbildungsstellenmarkt in Mecklenburg-Vorpommern nähert sich erstmals seit vielen Jahren der vom Bundesverfassungsgericht definierten Grenze für ein auswahlfähiges Lehrstellenangebot von 100 Bewerberinnen und Bewerbern zu 112.5 Stellen. Aber nur 4.947 der Bewerbungen mündeten bisher in eine duale Berufsausbildung tatsächlich ein, alle andere Jugendlichen blieben unversorgt oder mussten sich eine Alternative suchen. 

Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord:

„Eine berufliche Ausbildung steht bei jungen Menschen hoch im Kurs, aber nach wie vor ist der Trend zu immer mehr unversorgten Jugendlichen und immer mehr unbesetzten Ausbildungsstellen ungebrochen. Es wird deutlich, dass die Ausbildungsqualität der Betriebe im Norden vielfach zu gering und ihre Ansprüche zu hoch sind. Es hat Gründe, dass an der Spitze der unbesetzten Ausbildungsplätze immer wieder die Berufe mit seit Jahren kritisierten schlechten Ausbildungsbedingungen sind: Einzelhandelsberufe und Jobs wie Koch, Kellnerin, Hotelfachfrau oder Bäcker. Die Arbeitgeber müssen darauf endlich reagieren und branchenbezogene Qualitätsoffensiven und bessere Bezahlungen bieten. Sonst wird ihre Fachkräftelücke immer größer.“

 

 


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