Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 114 - 10.10.2017

Manuela Schwesig: 100 Tage offensiv für mehr Tariflöhne

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist seit 100 Tagen im Amt. Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, würdigt vor allem ihre klare Schwerpunktsetzung für eine positive Lohnentwicklung im Land durch mehr Tarifverträge:

"Manuela Schwesig hat in den ersten 100 Tagen viel Elan und eine hohe Wirtschaftskompetenz gezeigt. Sie will die Kaufkraft stärken, Industriearbeitsplätze sichern und dem Außenhandel Türen öffnen. Wichtig sind auch ihre Impulse für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Nur wenn es hier Sicherheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, werden Familien gegründet. Die Ministerpräsidentin begegnet Arbeitgebern wie Gewerkschaften auf Augenhöhe. Ihrer Zielvorgabe stimmen wir zu: Mecklenburg-Vorpommern muss auch bei den Löhnen endlich konkurrenzfähig werden. Acht von zehn Betrieben und etwa die Hälfte aller Beschäftigten im Land sind aber bisher ohne Tarifvertragsschutz. Fachkräfte wollen Tarifverträge, denn die schaffen Sicherheit und bei Vollzeitarbeit im Schnitt rund 700 Euro mehr Lohn. Deshalb ist es richtig, dass nur tariftreue Firmen öffentliche Aufträge und Wirtschaftsförderungshilfen erhalten dürfen - hier ist jetzt auch der Wirtschaftsminister gefordert. Aber die Regierung allein wird es nicht richten können, in einer sozialen Marktwirtschaft kommt es entscheidend auf die Tarifpartner an: Die Arbeitgeber müssen ihre Tarifflucht und Billiglohnstrategie beenden und Fachkräfte unbefristet und tarifvertraglich binden. Klar ist auch: Die Gewerkschaften brauchen mehr Mitglieder, um ihre Verhandlungsposition in Tarifverhandlungen zu stärken. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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