Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 5 - 12.01.2018

Macht krank und kostet Geld: Zu viele Überstunden im Norden

Das macht krank und kostet unser Geld!

135,5 Millionen Überstunden haben Beschäftigte in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern laut Mikrozensus 2016 abgeleistet – mehr als die Hälfte davon unbezahlt. Der DGB Nord schätzt, dass die tatsächliche Zahl der Überstunden doppelt so hoch ausfällt. Bundesweit sind den Beschäftigten im letzten Jahr mehr als 20 Milliarden Euro Lohn und Gehalt entgangen. 

Die Mikrozensus-Zahlen für den Norden (laut Schätzungen des DGB Nord fällt die tatsächliche Zahl doppelt so hoch aus): 

Schleswig-Holstein: 20,38 Millionen unbezahlte und 9,76 Millionen bezahlte Überstunden (32 Prozent der Überstunden werden nur bezahlt; Frauen bekommen nur zu 27 Prozent bezahlt, Männer zu 35  Prozent) 

Hamburg: 14,368 Millionen unbezahlte und 8,182 Millionen bezahlte Überstunden (36 Prozent der Überstunden werden nur bezahlt; Frauen bekommen nur zu 31 Prozent bezahlt, Männer zu 38 Prozent) 

Mecklenburg-Vorpommern: 8,438 Millionen unbezahlte und 8,218 Millionen bezahlte Überstunden (kaum Geschlechterunterschiede; knapp die Hälfte wird bezahlt) 

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: 

„Das Niveau an Überstunden ist viel zu hoch und gefährdet die Gesundheit. Den Beschäftigten im Norden entgeht pro Jahr mindestens eine Milliarde Euro, weil ihre Arbeitgeber Mehrarbeit oft als Gratisleistung betrachten. Arbeiten ohne Ende ist eine Gefahr für die Gesundheit und auch die Leistungsfähigkeit - es ist wissenschaftlich erwiesen, dass nach acht Stunden die Unfallquote steigt und die Effizienz sinkt. Mehrarbeit erschwert zudem, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Unsere Befragungen haben ergeben, dass nur 47 Prozent der Beschäftigten davon ausgeht, bis zur Rente durchhalten zu können. Neueinstellungen statt Überstunden lautet daher das Gebot der Stunde. Wir brauchen eine neue Ordnung der Arbeit und klare Grenzen, gerade in der digitalisierten Arbeitswelt. Arbeitszeiten müssen präzise erfasst und bezahlt werden, auch wenn Beschäftigte außerhalb des Büros online arbeiten. Die Arbeit kann fair verteilt werden. Deshalb ist auch der Vorstoß der IG Metall so wichtig, den Beschäftigten ein Recht auf reduziertes Arbeiten zu ermöglichen.“

 


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