Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 53/2018 - 13.06.2018
Hausaufgaben machen!

Nebelkerzen aus dem Hause Buchholz: DGB gegen Schmalspur-Lehre

Die Gewerkschaften erwarten von Minister Buchholz eine eigene Kraftanstrengung, die beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein zu verbessern und mehr Jugendliche in eine attraktive Ausbildung zu bringen. Der Wirtschaftsminister hatte den Mathe-Unterricht im Norden massiv kritisiert und für bestimmte Berufe Ausbildungsgänge mit geringeren Qualifizierungen vorgeschlagen.
Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord:
"Anstatt Nebelkerzen zu zünden, sollte Herr Buchholz seine Hausaufgaben machen: Er ist als Arbeitsminister für die Fachkräfte-Initiative im Norden und die Berufsbildung zuständig. Wir wissen aus unseren Befragungen, dass vielfach die Ausbildungsqualität in den Betrieben nicht stimmt. Herr Buchholz nörgelt an den Mathe-Lehrern und Ausbildungsinhalten herum und schiebt den Schwarzen Peter den Schülerinnen und Schülern zu, zugleich schont er aber die Arbeitgeber, die die Jugendlichen nicht hinreichend fördern und Ausbildung mit Ausbeutung gleichsetzen. Es liegt in seiner Zuständigkeit, die Qualität der dualen Ausbildung zu heben und Ausbildungsbedingungen und Arbeitszeitüberschreitungen in den Betrieben zu kontrollieren. Ende Mai waren immer noch 7.564 junge Menschen in Schleswig-Holstein auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Der Berufsbildungsbericht der Bundesregierung hat gezeigt, dass in Schleswig-Holstein die Quote derjenigen, die ihren Ausbildungsvertrag lösen, mit 27,3 Prozent noch höher ist als der Bundesschnitt. Es ist höchste Zeit, dass die Landesregierung dazu eine schonungsloser Analyse der Probleme vornimmt und endlich auch die Unternehmen stärker in die Pflicht nimmt, die betriebliche Ausbildung attraktiver zu machen und mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Auch in den Berufsschulen kann mehr getan werden, um junge Menschen zu fördern, Unterrichtsausfall zu vermeiden und die Ausbildung attraktiver zu machen. Vielleicht gelingt dazu ja eine ressortübergreifende Zusammenarbeit im Kabinett. Gemeinsam mit den Sozialpartnern sollten Maßnahmen vereinbart werden, um die Ausbildungsqualität und die Zahl der Ausbildungsplätze im Norden deutlich zu heben. Eine Schmalspur-Lehre mit reduzierten Ausbildungsinhalten darf es im Norden nicht geben - schlecht vorbereitet darf man junge Menschen nicht in ihre berufliche Laufbahn schicken."


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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