Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 133 - 12.12.2017

Reallöhne steigen - der Norden braucht mehr!

Die Tarifverdienste werden nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2017 voraussichtlich um 2,3 Prozent höher liegen als im Vorjahr. „Das geht noch besser. Immer mehr Beschäftigte bekommen keinen Tariflohn und werden so um Lohnerhöhungen betrogen: Der Unterschied beträgt rund 600 bis 800 Euro monatlich bei einer Vollzeitstelle. Die Niedriglohnpolitik der Arbeitgeber muss endlich beendet werden – dazu können die Gewerkschaften ihren Beitrag leisten, aber auch Bundes- und Landesregierungen“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. 56 Prozent der Beschäftigten in Schleswig-Holstein müssen ohne Tarifvertrag arbeiten, 53 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 55 Prozent in Hamburg – gegenüber dem Bundesschnitt sind das deutlich schlechtere Zahlen.

In den Bundesländern des Nordens gebe es einen besonders hohen Nachholbedarf: „Die Arbeitgeber müssen endlich wieder vermehrt Tarifverträge abschließen, das sichert Fachkräfte und schafft Löhne und Renten, von denen man leben kann. Überall dort, wo Belegschaften gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft gegenüber dem Arbeitgeber auftreten, steigen die Chancen auf bessere Einkommen. Die Regierungen müssen die Tarifbindung fördern, auch durch tariftreue Vergaben, Allgemeinverbindlichkeitserklärungen und Instrumente der Wirtschaftsförderung.“

Berücksichtigt wurden in den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen. Ohne Sonderzahlungen werden demnach 2017 die tariflichen Monatsverdienste voraussichtlich um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt 2016 steigen. Damit liege die Verdienstentwicklung der Tarifbeschäftigten im Jahr 2017 oberhalb der Preissteigerung.

 


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