Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 85 - 31.07.2017

Immer mehr Pendler – Arbeitgeber müssen mehr tun für Mobilität

Rund 342.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind 2016 täglich zum Arbeiten nach Hamburg gefahren, erneut mehr als im Vorjahr, so das Statistikamt. 170.200 Arbeitnehmer kamen aus Schleswig-Holstein (2010: 151.991), 97.360 (2010: 90.230) aus Niedersachsen, 12.150 (2010: 14.360) auf Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Pendler stammten aus Bremen und anderen Ländern. Der DGB Nord verlangt eine abgestimmte Strategie der norddeutschen Bundesländer für mehr sozialen Wohnungsbau und aktivere Beiträge der Arbeitgeber für eine bessere Mobilität ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nötig seien etwa mehr Unternehmen, die das ProfiCard-Angebot des HVV nutzen, ein gemeinsamer Tarifverbund Nord mit Fahrkartenautomaten, an denen alle Fahrscheine erhältlich sind. Für die Auszubildenden in Schleswig-Holstein müsse ein preisgünstiges Azubi-Ticket geschaffen werden. 

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Hier ist dringend Stressabbau nötig. Die weiter steigenden Pendlerzahlen müssen auch wachsende Bemühungen von Politik und Wirtschaft zur Folge haben, um den Beschäftigten und Auszubildenden preisgünstige Mobilität ohne unnötige Zeitverluste zu ermöglichen. Hier müssen die Arbeitgeber deutlich aktiver werden und ihren Beschäftigten ein Jobticket mitfinanzieren. Alle Verkehrsminister des Nordens sollten sich an einen Tisch setzen und eine pendlerfreundliche Mobilitätsoffensive verabreden. Es ist ein Unding, dass es immer noch keinen gemeinsamen Nord-Tarif für Bus und Bahn gibt. Und ein Azubi-Ticket würde helfen, Bewerber und Angebot besser zusammenzubringen. Außerdem zeigen die Daten, dass der soziale Wohnungsbau in der Metropolregion intensiviert und die Mietpreisbremse scharf geschaltet werden muss: Denn viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendeln nur, weil sie sich mit ihren Familien die Großstadt nicht mehr leisten können.“ Um in der Metropolregion Hamburg 3000 Wohnungen pro Jahr zusätzlich zu erstellen, seien Investitionen in Höhe von rund 600 Millionen Euro nötig, so der DGB Nord.

Info Jobticket

Das Großkundenabonnement des HVV ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen Unternehmen und dem Verkehrsverbund: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen danach die preisgünstigere ProfiCard beziehen, das Jobticket des HVV. Auch kleinere Firmen können bereits ab 20 Teilnehmern die ProfiCard erhalten. Arbeitgeber unterstützen jede Abo-Karte mit einem monatlichen Fahrgeldzuschuss von mindestens 13,86 Euro.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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