Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 013 - 06.02.2017

Schleswig-Holstein braucht keinen neuen Schulstreit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) will im Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein Gerechtigkeitsthemen in den Vordergrund rücken. „Es gibt viel zu tun, um Löhne und Arbeitsbedingungen im Norden zu verbessern und Chancen für alle zu schaffen. Ein immer neuer Schulstreit um G8 oder G9 bringt das Land nicht voran. Wir brauchen Bildungsfrieden im Interesse aller “, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Jahrelang habe die CDU gefordert, dass das Abitur nach acht Schuljahren flächendeckend und dauerhaft Standard werden soll – nun vollziehe sie eine „Wahlkampfrolle rückwärts“: „Die Schulen und die Lehrkräfte brauchen Verlässlichkeit, ihr Job ist auch so hart genug.“

Man dürfe nicht von Wahlperiode zu Wahlperiode das Bildungssystem in elementaren Punkten grundlegend umkrempeln, sagte der DGB-Vorsitzende: „Den Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften bringt ein neuer Grundsatzkrach nichts. Wichtiger als ein Wechsel von G8 zu G9 sind bessere Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler.“  In Schleswig-Holstein sei es längst möglich, über die Gemeinschaftsschule oder über die Gemeinschaftsschule in Kombination mit dem beruflichen Gymnasium zum Abitur nach neun Jahren zu kommen. Die weithin  akzeptierte Schulstruktur im Norden mit dem Zwei-Säulen-Modell biete einen guten Rahmen für Verbesserungen der Qualität in den Schulen. Wichtig sei es auch, den Zugang von Arbeitnehmerkindern zu höheren Abschlüssen weiter zu öffnen und den Marsch in eine Zwei-Klassen-Bildung mit immer mehr Privatschulen zu stoppen, so Polkaehn.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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