Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 23.09.2009

Starke Zunahme der "atypischen" Beschäftigungsverhältnisse

Atypische Beschäftigungsverhältnisse, zu denen das Statistische Bundesamt Zeitarbeit, Teilzeitbeschäftigung, geringfügige Beschäftigungen und befristete Arbeitsverhältnisse zählt, haben sich nach Angaben des Amtes in den letzten Jahren deutlich erhöht. Gab es Ende 2000 noch 8,5 Millionen atypische Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland, waren es Ende 2008 bereits zwei Millionen mehr. Mit 10,5 Millionen atypischen Beschäftigungsverhältnissen hatten sie einen Anteil von 32,4 % an den Beschäftigungsverhältnissen insgesamt. Das Statistische Bundesamt weist zwar aus, dass von 2000 bis Ende 2008 die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse insgesamt leicht gestiegen ist, dies aber auf die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse zurück zu führen ist.


Der DGB Bezirk Nord weist darauf hin, dass Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse von der aktuellen Wirtschaftskrise am stärksten betroffen sind. Sie haben ein drei Mal so hohes Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden als Normalarbeitsverhältnisse. Aber auch schon vor der Krise waren die atypischen Beschäftigungsverhältnisse benachteiligt: Oftmals war die Bezahlung schlechter, die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen geringer und in Deutschland war es so, einmal atypisch und prekär beschäftigt, immer prekär beschäftigt. Prekäre Arbeitsverhältnisse boten in der Regel keinen Aufstieg in normale Arbeitsverhältnisse. Zugleich verfolgten die Verfechter der atypischen Arbeitsverhältnisse das politische Ziel, Löhne und Arbeitsstandards unter Druck zu setzen. Sie trugen zur Verunsicherung und Einschüchterung von Arbeitnehmer/innen bei. Die Hartz IV-Politik, mit den Komponenten 1-€-Jobs und der Maßgabe, dass Arbeitslosengeld II Bezieher jeden Job annehmen müssen, zeigen exemplarisch die massive politische Förderung des Niedriglohnsektors und der atypischen Beschäftigungsverhältnisse auf.

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