Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 096 - 29.08.2017

Tourismus: Der Stundenlohn muss `rauf, nicht die Belastung

„Die Rekordmeldungen im Tourismus schlagen vielen Beschäftigten auf den Magen, denn sie haben davon nur mehr Arbeit, aber nicht mehr Einkommen: Noch immer ist es so, dass ein Profi-Koch im Monat nur rund 15 Euro mehr auf dem Lohnzettel hat als ein Küchenhelfer und Mindestlohnempfänger. Nur mit guten Arbeitsbedingungen, sicheren Erholungszeiten und fairer Bezahlung kann der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern bei Gästen und Urlaubern auf Dauer punkten“, sagt Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord: „Wer Fachkräfte halten und das Gastgewerbe zukunftsfähig machen will, der muss in die Menschen investieren: Die Gewerkschaft NGG hat zurecht den Entgelttarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Mecklenburg-Vorpommern gekündigt und fordert einen Euro pro Stunde mehr, das entspricht einer Lohnerhöhung von 12 Prozent. Und es müssen mehr Firmen in die Tarifbindung, denn dort verbessern sich die Bedingungen für die Beschäftigten und auch der Zuspruch der Verbraucher.“

Dringend nötig ist die Einhaltung der gesetzlichen Mindestvorschriften, insbesondere zu den Arbeitszeiten, beim Ausgleich der Mehrarbeit und den Ausbildungsinhalten, so der DGB Nord: Nirgendwo sonst müssen Auszubildende so viele Überstunden schieben, nirgendwo sonst wird so laut die Überlastung und fehlende fachliche Qualität der Ausbildung beklagt wie in der Gastronomie. Zwei von drei Arbeitnehmern in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen arbeiten mehr als 45 Stunden in der Woche; vielfach werden Überstunden nicht entlohnt oder ausgeglichen.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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