Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 77/2018 - 02.10.2018
Vom 1. Oktober bis 30. November 2018

Dein Engagement zählt: Schwerbehindertenvertretungen wählen!

Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen ist zwar in den letzten Jahren gesunken, allerdings langsamer als die allgemeine Arbeitslosenquote. Der Abstand zwischen beiden Gruppen ist sogar noch gewachsen. Für diejenigen, die in Arbeit sind, stehen jetzt wichtige Wahlen an: Vom 1. Oktober bis 30. November 2018 werden auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in den Betrieben und Verwaltungen Schwerbehindertenvertretungen (SBV) gewählt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen unter dem Motto "Dein Engagement zählt!" dazu auf, sich an den Wahlen zu beteiligen - als Wähler/in oder Kandidat/in: Dies stärkt die innerbetriebliche Demokratie.
Die Anzahl schwerbehinderter Menschen nach Bundesländern (Statistisches Bundesamt, 2017)
Schleswig-Holstein: 265.144
Hamburg: 126.895
Mecklenburg-Vorpommern: 187.905
Auf 100.000 Einwohner kommen demnach in Schleswig-Holstein 9.241,5 Menschen mit Schwerbehinderung, in Hamburg sind es 7.199 und Mecklenburg-Vorpommern 11.215,1 (Statistisches Bundesamt, 2015)
Für Unternehmen besteht eine Beschäftigungspflicht nach dem SGB IX. Sie trifft Arbeitgeber, die über jahresdurchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen. Sie müssen auf wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte oder den schwerbehinderten gleichgestellten Menschen beschäftigen. Tun sie dies nicht, sind sie zur Zahlung der Ausgleichsabgabe verpflichtet.

In Schleswig-Holstein sind 25.500 Pflichtarbeitsplätze besetzt.
In Hamburg sind 30.600 Pflichtarbeitsplätze besetzt.
In Mecklenburg-Vorpommern sind 15.000 Pflichtarbeitsplätze besetzt (Alle Angaben: Bundesagentur für Arbeit, 2016)
In allen Betrieben und Verwaltungen mit mindestens fünf schwerbehinderten Beschäftigten oder ihnen gleichgestellten behinderten Beschäftigten haben diese das Recht auf eine spezielle Interessenvertretung - die Schwerbehindertenvertretung.

Der Aufruf des DGB zu den Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen 2018:

Dein Engagement zählt!
Vom 1.Oktober bis 30. November 2018 werden Schwerbehindertenvertretungen gewählt. In allen Betrieben und Verwaltungen mit mindestens fünf schwerbehinderten Beschäftigten oder ihnen gleichgestellten behinderten Beschäftigten haben diese das Recht auf eine spezielle Interessenvertretung - die Schwerbehindertenvertretung.
Neben dem Betriebs- oder Personalrat sorgt die Schwerbehindertenvertretung dafür, dass die Belange von schwerbehinderten Beschäftigten bei allen betrieblichen Entscheidungen gehört und ihre Rechte gewahrt werden. Dies gilt zum Beispiel für die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitszeiten und Überstunden. Auch bei Einstellungen, Eingruppierungen und Kündigungen von schwerbehinderten Menschen muss die Schwerbehindertenvertretung angehört werden. Eine Kündigung ohne die Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung ist sogar unwirksam.
Außerdem stehen die Schwerbehindertenvertretungen den Beschäftigten beratend und helfend zur Seite, zum Beispiel wenn diese einen Antrag auf Anerkennung einer Behinderung stellen. Nach Unfällen oder Erkrankungen setzt sich die Schwerbehindertenvertretung zusammen mit dem Betriebs- oder Personalrat dafür ein, dass der Arbeitsplatz erhalten werden kann, sei es durch technische Umgestaltung oder weitere Wiedereingliederungsmöglichkeiten. Die Schwerbehindertenvertretung kann eine Inklusionsvereinbarung aushandeln, die Ziele zur Inklusion im Unternehmen benennt. Die Schwerbehindertenvertretung trägt durch ihre Arbeit Tag für Tag dazu bei, die Interessen der über eine Million schwerbehinderten Beschäftigten zu wahren.
Dieses Engagement hilft den betroffenen Kolleginnen und Kollegen und bringt ein Stück Demokratie in die Unternehmen. Die Mitbestimmung durch Beschäftigtenvertretungen sorgt für sichere und gesunde Arbeitsplätze und dafür, dass niemand diskriminiert wird. Demokratie lebt vom Mitmachen! Sie braucht Menschen, die wählen, aber auch engagierte Kolleginnen und Kollegen, die sich zur Wahl stellen. Das Engagement der Schwerbehindertenvertretungen ist gesetzlich abgesichert. Ebenso wie Betriebs- und Personalrat unterliegt die Schwerbehindertenvertretung einem besonderen Kündigungsschutz und für die Erledigung ihrer Aufgaben ist sie von der Arbeitszeit freigestellt.
Die Gewerkschaften setzen sich für starke Interessenvertretungen in den Betrieben ein. Sie unterstützen die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen. Sie verhandeln mit der Politik, um die Rechte der Schwerbehindertenvertretungen weiter zu stärken und ihre zeitlichen und persönlichen Ressourcen auszubauen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen auf: Beteilige Dich an den Wahlen der Schwerbehindertenvertretung - als Wähler/in oder Kandidat/in - und stärke so die innerbetriebliche Demokratie. Dein Engagement zählt!
Unterstützt wird der Aufruf durch den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, sowie den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Jürgen Dusel.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 22
Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Günter Beling / copyright Ole Stichling

© Ole Stichling

Günter Beling

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

© Peter Bisping

Sekretariat: Kerstin Koch