Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35/2018 - 03.04.2018
Nordtarif: Weg mit den grünen Grenzen im HVV!

DGB fordert Jobticket für Azubis und Arbeitnehmer

Der DGB Nord fordert die schleswig-holsteinische Landesregierung auf, mit dem Hamburger Senat über eine Ausweitung des HVV-Tarifgebiets in die Metropolregion und die Einführung eines Jobtickets für Auszubildende und Arbeitnehmer zu verhandeln. „Die grünen Grenzen im HVV passen nicht mehr zur Mobilität im 21. Jahrhundert. In der Metropolregion muss ein einheitlicher Tarif mit gemeinsamen Fahrkartenautomaten für reibungslose und preisgünstige Fahrten sorgen, gerade im Interesse aller, die täglich zur Arbeit und Ausbildung pendeln. Mit dem HVV-Beitritt des Landkreises Steinburg oder dem Semesterticket an den Universitäten im Norden werden erste Trippelschritte in die richtige Richtung getan. Wir brauchen aber keine Politik der kleinen Karos, sondern eine umfassende Verkehrspolitik, die sozial, ökonomisch und nachhaltig ist“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Die Landesregierung dürfe die Kommunen mit dem Problem nicht allein lassen - Finanzministerin Monika Heinold müsse dazu im ersten Schritt einen höheren zweistelligen Millionenbetrag in den Haushalt einstellen.

Die Landesregierung hatte angekündigt, den Kreis Steinburg in den HVV aufzunehmen und für 50.000 Studierende ein 6-Monats-Tickets für 99 Euro anzubieten, das für alle Bahn- und Busfahrten in Schleswig-Holstein und Hamburg ab Herbst 2019 gelten soll. "Führende Politiker der Koalition überbieten sich vor der Kommunalwahl in Ankündigungen zur Verkehrs- und Tarifpolitik bei Bahnen und Bussen. Jetzt sollten sie auch vor dem 6. Mai "Butter bei die Fische" geben. Mit einem Jobticket für Azubis kann sofort begonnen werden. Auch die Pendler auf den Strecken aus Lübeck, Flensburg, Kiel, Neumünster und weiteren Städten brauchen Verbesserungen", sagte Polkaehn. Ein einheitlicher Tarif für den öffentlichen Nahverkehr im Norden sei überfällig. Rund 350.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte pendeln täglich zum Arbeiten nach Hamburg, darunter mehr als 170.000  aus Schleswig-Holstein. Auch viele Auszubildende müssen weite Wege zu ihrem Ausbildungsbetrieb und in die Berufsschule zurücklegen.

"Die weiter steigenden Zahlen bei Ein-und Auspendlern müssen auch wachsende Bemühungen von Politik und Wirtschaft zur Folge haben, um den Beschäftigten und Auszubildenden preisgünstig Mobilität zu ermöglichen. Wenn jetzt die Koalition den Studenten und Studentinnen ein Jahresticket unter 200 Euro verspricht, dann sollte sie auch den Auszubildenden, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein attraktives Angebot machen. Gerade im Norden, wo die niedrigsten Löhne Westdeutschlands gezahlt werden, muss die Mobilität der Beschäftigten auch finanziell gefördert werden. Dazu gehören übrigens auch Beiträge der Arbeitgeber, die ihren Zuschuss zur ProfiCard leisten sollten." Das Großkundenabonnement als Jobticket des HVV ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen Unternehmen und dem Hamburger Verkehrsverbund.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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