Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 64/2018 - 08.08.2018

Neue Zahlen: Immer mehr Menschen müssen im Alter zum Sozialamt

Dagegen helfen nur faire Löhne und eine stabile gesetzliche Rente!

In Schleswig-Holstein haben am Jahresende 2017 fast 20.600 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von gut fünf Prozent. In Hamburg bekamen gut 25.500 Frauen und Männer Leistungen der Grundsicherung im Alter. Das sind vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, so das Statistikamt Nord. In beiden Bundesländern ist die Mehrzahl der Bedürftigen weiblich. Frauen, die 2015 in Rente gingen, erhielten in Schleswig-Holstein eine gesetzliche Altersversorgung in Höhe von durchschnittlich 603 Euro, in Hamburg waren es 710 Euro.

Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord, erklärt dazu:

"Der Trend in Richtung Altersarmut kann nur gebrochen werden, wenn die Arbeitgeber anständige Tariflöhne zahlen, Frauen besser beschäftigen und die gesetzliche Rente gestärkt wird. Es ist deshalb richtig, dass die Bundesregierung das Rentenniveau in einem ersten Schritt stabilisiert hat. Wenn Neoliberale fordern, dass Renten erst ab 70 oder später gezahlt werden, dann würde dies zu noch mehr Altersarmen führen, denn die ohnehin geringen Renten würden dann durch weitere Abschläge gemindert werden. Die Bundestagsabgeordneten des Nordens müssen dafür sorgen, dass die nächste Rentenreform zu Verbesserungen führt, vor allem für die Arbeitnehmerinnen. Prekäre Beschäftigung muss in tariflich bezahlte, sichere Arbeit überführt werden, denn: Wer 45 Jahre bei einem Arbeitgeber ausschließlich im Minijob arbeitet, erwirbt einen Rentenanspruch von gerade mal 164 Euro. Die Not der Älteren zeigt, dass der Norden deutliche Lohnzuwächse braucht, um die nötigen Rentenansprüche für ein gutes Leben im Alter zu realisieren."


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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