Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 55 - 25.06.2014

Statistikamt schlägt Alarm: Löhne rauf im Norden!

Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord) drohen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ein schwerer wirtschaftlicher Schaden und die Abwanderung von Arbeitskräften in die Großstädte und den Süden, wenn die Länder dauerhaft unter dem durchschnittlichen Lohnniveau in Deutschland bleiben.

 „Mit Niedriglohn lockt man keine Fachkräfte an, und ohne Tarifvertrag geraten Arbeitnehmer in eine immer schwächere Position. Es ist im ureigenen Sinne auch der Arbeitgeber, für eine neue Ordnung der Arbeit und konkurrenzfähige Löhne zu sorgen. Als Billigshop auf dem Arbeitsmarkt haben die Regionen zwischen Nord- und Ostsee keine Zukunft. Auf Dauer setzt sich nur Qualität durch, auch bei den Arbeitsbedingungen“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Nötig seien allgemeinverbindliche Tarifverträge, der gesetzliche Mindestlohn und seine Dynamisierung, Gute Arbeit in den Betrieben und Fachkräftebündnisse der Wirtschaft.

 Das Statistische Bundesamt hatte in seiner jüngsten Verdiensterhebung mitgeteilt, dass im Jahr 2013 Voll- und Teilzeitbeschäftigte (ohne geringfügig Beschäftigte) in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 19,65 Euro brutto verdienen (Sonderzahlungen wurden nicht berücksichtigt). Auf Ebene der Bundesländer habe Hamburg mit 22,12 Euro den höchsten Bruttostundenverdienst und liege damit vor Hessen (21,65 Euro) sowie Baden-Württemberg (21,23 Euro). Schlusslicht der Länder im früheren Bundesgebiet sei Schleswig-Holstein mit 18,17 Euro. Die geringsten Bruttostundenverdienste würden in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen (jeweils 15,02 Euro) sowie Sachsen-Anhalt (15,09 Euro) gezahlt. Am wenigsten verdienten demnach ungelernte Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 9,07 Euro. 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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