Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 072 - 29.06.2017

Mehr Tarifverträge! Schwesig kündigt Offensive für höhere Löhne an

Die Gewerkschaften begrüßen die Ankündigung der künftigen Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, dass nach der Rentengleichung zwischen West und Ost jetzt auch die Lohnangleichung kommen müsse und die Landesregierung dazu auch die Instrumente der Wirtschaftsförderung nutzen werde. Manuela Schwesig hatte erklärt, Mecklenburg-Vorpommern dürfe von außen nicht nur als ein Land zum Urlaub machen gesehen werden -  es müsse auch als ein Land zum guten Leben und Arbeiten wahrgenommen werden.

„Noch ist das Land der Lohnkeller der Nation. Mindestens 79 Prozent aller Betriebe und weit mehr als die Hälfte der Beschäftigten haben keinen Tarifvertrag. Hier verdient man im Schnitt 600 Euro weniger als im benachbarten Schleswig-Holstein. In tarifgebundenen Unternehmen fällt der Lohn durchschnittlich 700 Euro höher aus. Wir sind uns mit der Landesregierung einig, dass die Tarifbindung im Land jetzt deutlich gestärkt werden muss, um den Anschluss an das die Stärke anderer Bundesländer zu finden. Die Gewerkschaften unterstützen das Vorhaben, im Bündnis für Arbeit mit den Sozialpartnern eine stärkere Tariforientierung zu vereinbaren und Wirtschaftsförderungsmittel an die Schaffung unbefristeter, sozialversicherungspflichtiger und tarifgebundener Arbeitsplätze zu binden. Auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen endlich von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung profitieren“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Höhere Löhne und sichere, tariflich entlohnte Beschäftigung  liegen im Interesse der Wirtschaft, weil die Unternehmen nur so im Wettbewerb um gute Fachkräfte mithalten können.  Unternehmen müssen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel bevorzugt werden, wenn sie ihre Beschäftigten nach Tarif zahlen. Durch Entgeltgleichheit und –transparenz sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben können insbesondere Frauen in Mecklenburg-Vorpommern neue Aufstiegschancen erhalten. Da setzen wir auf die kommende Ministerpräsidentin mit ihrem großen Sachverstand.  Für Gute Arbeit sollte das Land mit gutem Beispiel vorangehen.“


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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