Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 26 - 16.03.2018

Equal Pay Day: Schließt die Lohnlücke zwischen Frau und Mann!

Ein später "Zahltag": Der Equal Pay Day (EPD) markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen leider umsonst arbeiten müssen, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Etwas besser ist die Lage überall dort, wo Betriebsräte arbeiten und aufpassen. Dort ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen etwa 10 Prozent kleiner als in Betrieben ohne Betriebsrat.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Lohnlücke zwischen Mann und Frau in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent (2017) betrug. Umgerechnet ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen) und das Datum des EPD am 18. März 2018. In diesem Jahr machen zahleiche lokale Aktionsgruppen in Norddeutschland auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam - u.a. mit einer Brötchentüte mit dem Slogan„… weil die Brötchen für Frauen und Männer gleich viel kosten!“.

Bei der Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männer spielt Transparenz eine zentrale Rolle. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass transparente Einkommensstrukturen positive Auswirkungen haben. Transparenz schafft Vertrauen und eine Basis für Gehaltsverhandlungen auf Augenhöhe. Denn nur wer weiß, was die Kollegen und Kolleginnen in vergleichbarer Position verdienen, kann beurteilen, ob das eigene Gehalt Grund zur Zufriedenheit oder Anlass zu Nachverhandlungen ist.

Island macht es vor – seit dem 1. Januar 2018 sind Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern dazu verpflichtet, der Regierung einen Nachweis über die gleiche Bezahlung zu erbringen.

Seit Januar dieses Jahres ist in Deutschland das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen in Kraft getreten.

Lisanne Straka, Abteilungsleiterin beim DGB Nord: „Die Zeit ist reif für durchgreifende Veränderungen. Hier geht es um Chancen und um Existenzen. Das Gesetz ist ein Signal in Richtung Entgeltgleichheit auf der betrieblichen Ebene. Allerdings zielt es weniger auf die Herstellung von „Lohngerechtigkeit“ als vielmehr auf die Schaffung von „Entgelttransparenz“ in großen Unternehmen ab. Die Lohnlücke muss überall spürbar verringert werden und schließlich verschwinden.“

Um eine größere Wirkung für Entgeltgleichheit zu entfalten, bedürfte es nach Auffassung des DGB mindestens folgender Instrumente:

Der individuelle Auskunftsanspruch gilt nur für Unternehmen ab 200 Beschäftigte. Aber mindestens auch in mittelständischen Unternehmen sollen Frauen das Recht erhalten, nachzufragen, wie ihr Gehalt im Vergleich zu ihrem Kollegen aussieht.
Prüfverfahren sind im Gesetzentwurf nicht verbindlich festgeschrieben. Prüfverfahren zeigen auf, an welche Stelle Frauen beim Gehalt benachteiligt werden Deshalb brauchen wir eine Verpflichtung zur Durchführung von zertifizierten, betrieblichen Prüfverfahren für Unternehmen, auch wenn sie weniger als 500 Beschäftigte haben.


Die Einführung eines Verbandsklagerechts würde Betroffenen helfen, ihre Rechte nicht im Alleingang einzufordern.
 

Einige Aktionen zum Equal Pay Day:

„…weil die Brötchen für Frauen und Männer gleich viel kosten “ - Brötchentüten verteilen in Schwerin am 16.03.2018, 13 Uhr, Marienplatz (Schweriner Frauenbündnis, DGB)
„…weil die Brötchen für Frauen gleichviel kosten“ - Brötchentüten verteilen in Rostock am 17.03.2018, Universitätsplatz (DGB, verdi, Landesfrauenrat)
Veranstaltung in Wismar unter dem Titel „Wir lassen uns nicht die Butter vom Brot nehmen“ (Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Wismar und der Zonta Club Wismar)
Boizenburger Rabatttag - 19 Boizenburger Geschäfte beteiligen sich und bieten den Frauen besondere Rabattaktionen an
Sozialministerium Schwerin – am 19. März, 11 Uhr, wird durch die Sozialministerin Stefanie Drese die Ausstellung „Entgeltgleichheit JETZT“ eröffnet
„…weil die Brötchen für Frauen und Männer gleich viel kosten “ - Brötchentüten verteilen in Lübeck (DGB Stadtverband Lübeck)
„Speed-Coaching“ für Frauen, 17. März 2018 zwischen 10 und 18 Uhr (durchgeführt vom BPW Club Lübeck und dem Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V., vom DGB Stadtverband Lübeck unterstützt)

Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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