Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 112 - 04.11.2016

Gaststätten: Mehr Minijobber als Vollzeitbeschäftigte

In der Gastronomie Mecklenburg-Vorpommerns sind mehr Minijobber tätig als Vollzeitbeschäftigte. „Es herrschen skandalöse Zustände. Beschäftigte werden mit Minilöhnen abgespeist, gearbeitet wird nicht selten auf Abruf, vielen Kellnern und Servicekräften droht Altersarmut. Der Hotel- und Gaststättenverband muss endlich eine Qualitätsoffensive für gute Arbeitsbedingungen starten. Sonst behalten seine Jubelmeldungen über Rekordumsätze einen bitteren Beigeschmack“, sagte Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord.

Der Branchenverband hatte gestern bekannt gegeben, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Umsatz des Gastgewerbes im ersten Halbjahr 2016 um rund vier Prozent zugelegt hat. Auch die Zahl der ganzjährig Beschäftigten sei gestiegen. So seien insgesamt im Land mehr als 37.000 Frauen und Männer in Gastronomie und Hotellerie beschäftigt. Ingo Schlüter dazu: „Anders als im Beherbergungsgewerbe sind in der Gastronomie zwei Drittel aller Beschäftigten als Minijobber oder in Teilzeit tätig. Davon aber kann niemand eine Familie ernähren oder auskömmliche Renten erreichen. Das Gastgewerbe ist die Billiglohnbranche Nummer 1 in Mecklenburg-Vorpommern: Hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf für den Wirtschaftsminister des Landes. Löhne unten, Arbeitsdruck hoch – so sieht kein guter Tourismus aus. Der Boom bei den Besucher- und Übernachtungszahlen muss endlich auch bei den Beschäftigten ankommen.“

Zwei von drei vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern in Tourismus, Hotels und Gaststättenberufen arbeiten laut DGB-Untersuchungen mehr als 45 Stunden in der Woche; vielfach werden Überstunden nicht entlohnt oder ausgeglichen. In tarifgebundenen Betrieben liegt das Monatseinkommen rund 21 Prozent über dem Gehalt der Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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