Deutscher Gewerkschaftsbund

20.05.2019

Veranstaltung in Löcknitz zur Europa-Wahl

Der gewerkschaftliche deutsch-polnische Frauenrat hat am Samstag auf dem Löcknitzer Markt mit einer Aktion alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. In dem grenzüberscheitenden Frauenrat engagieren sich Kolleginnen des DGB und der NSZZ Solidarność aus dem polnischen Westpommern bereits seit 1997.

Vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland und Polen das erste Mal wählen. Nun appellierte der Frauenrat an alle Bürgerinnen und Bürger, mit einer hohen Wahlbeteiligung das Europäische Parlament mitzugestalten und für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern zu stimmen. „Fast immer war die Wahlbeteiligung der Männer höher als die der Frauen. Das wollen wir ändern“, so Alicja Pawluczuk von der Frauensektion NSZZ Solidarność Westpommern.

Im persönlichen Gespräch, beim Glücksrad drehen oder beim Testen des Wissens über Europa konnte der Frauenrat seine Anliegen zur Gestaltung eines solidarischen und gerechten Europas erklären.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern gehörte von Anfang an zu den Grundwerten der Europäischen Union (EU). Zahlreiche Regelungen für die Chancengleichheit wurden von der EU angestoßen und umgesetzt. Bei der Gründung der Gemeinschaft 1957 wurde der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ für Frauen und Männer vertraglich festgeschrieben. In Polen und Mecklenburg-Vorpommern werden EU Fonds auch zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern genutzt. „Ohne die EU hätte es weniger Fortschritte in Sachen Gleichstellung gegeben. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, wie wichtig die Europäische Union für ihren Lebens- und Arbeitsalltag ist. Das wollen wir mit unserer Aktion ändern“, sagt Lisanne Straka, Abteilungsleiterin für Frauen und Gleichstellung im DGB Nord.

Dennoch sind wir von einer echten Gleichstellung noch weit entfernt. Der Anteil der Frauen im EU-Parlament liegt nur bei 37 Prozent. Lediglich 9 von 26 EU-Kommissaren sind weiblich. Frauen verdienen immer noch deutlich schlechter als Männer, der sogenannte „Gender Pay Gap“ liegt in Deutschland bei 21 Prozent und in Polen bei 7 Prozent (EU 16 Prozent).

Wir fordern die Gleichstellung von Frauen und Männern durch verbindliche europäische Regelungen zu stärken. Frauen brauchen bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung und ein selbstbestimmtes Leben. Dazu gehören unter anderem gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, faire Steuersysteme ohne Nachteile für Frauen und bessere Angebote für die Balance zwischen Beruf und Familie.


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