Deutscher Gewerkschaftsbund

16.02.2024

Ratschlag gegen Rechts 2024

„Es geht um was“ – nie wieder ist jetzt

Großer Zuspruch beim Ratschlag gegen Rechts am 9. Februar in Lübeck: Rund 120 Kolleg*innen aus dem ganzen Bezirk und den Mitgliedsgewerkschaften hatten sich getroffen, um über Strategien gegen den Rechtsextremismus zu beraten. Der Wille von so vielen, auch im Betrieb aktiv sein zu wollen, macht Mut.

Gruppenbild

DGB Bezirk Nord

„Unser Ziel ist, dass die Demokratie gewinnt. Wie nutzen wir unsere gewerkschaftliche Stärke dafür?“ Mit dieser Frage von Laura Pooth, unserer Vorsitzenden des DGB Nord, ging es los mit dem Ratschlag. Und es war eine der Leitfragen des Tages.

Laura Pooth

Laura Pooth DGB Bezirk Nord

Speit: „Bei den sozialen Themen müssen wir sie stellen“

Denn sich auf diese Stärke zu besinnen, sei manchmal gar nicht so leicht, so Diana Markiwitz von ver.di Nord: „Es bereitet mir Sorgen, dass auch Gewerkschaftsmitglieder ihr Kreuz bei der AfD machen.“ Und die Koalitionsparteien in Berlin würden es im Moment ganz schön vergeigen. „Aber es ist keine Zeit zu resignieren.“

Das passiere aktuell zum Glück nicht, betonte Andreas Speit, Journalist, Autor und Rechtsextremismus-Experte in seinem Vortrag über Strategien der Rechtsextremen. „Viele Menschen merken jetzt, dass es um etwas geht, und sie sagen: Mir reicht es.“

Doch leider müssten wir feststellen, dass die Rechtsextremen enorm vernetzt seien und mit ihrer Strategie, Rechtsextremismus in moderate Sprache zu übersetzen, Erfolge erzielen könnten.

AfD muss sich erstmals rechtfertigen

Was Hoffnung mache: Zum ersten Mal seit ihrer Gründung müsse sich die AfD jetzt öffentlich rechtfertigen.

Auffällig sei, dass die AfD sich in diesem Wahljahr mehr und mehr sozialen Themen zuwende. Das gelte im Bund, wie auch auf der kommunalen Ebene. Deswegen sei es wichtig für die Auseinandersetzung, sie hier zu stellen. Argumente gäbe es genug, denn programmatisch sei die AfD in vielen Punkten neoliberal eingestellt.

Hier gibt es den Vortrag von Andreas Speit im Video. 

Anschließend ging es in einen ausführlichen Erfahrungsaustausch:

  • was läuft bisher gut in unserer Auseinandersetzung mit der extremen Rechten?
  • was könnte besser laufen? Was bremst uns aus?
  • was wollen wir uns für die Zukunft vornehmen?

So lauteten die drei Fragen für die Diskussion in Kleingruppen, an der sich die Kolleg*innen intensiv beteiligten. Das spiegeln die vielen Stichworte wider, die anschließend auf unseren Pinnwänden landeten. Hier dokumentiert:

 

 

Podium: Gewerkschaften müssen politisch klare Haltung zeigen

Nach der Pause wurde auf dem Podium diskutiert und diese Fragen von den Beteiligten aufgenommen. 

Anja Piel aus dem DGB-Bundesvorstand nahm Laura Pooths Gedanken aus der Begrüßung auf und betonte:

„Wir dürfen uns nicht an der AfD und ihren menschenverachtenen und neoliberalen Positionen abarbeiten, sondern wir bauen ein anderes Bild auf, wie wir uns Gesellschaft vorstellen. Unter den AfD-Wähler*innen gäbe es viele ohne ein festes rechtes Weltbild. „Die müssen wir zurückholen. Mit offenen Ohren, aber auch klarer Kante.“

Henning Groskreutz, Bevollmächtigter der IG Metall Lübeck-Wismar sah alle Gewerkschaften in der Pflicht:

„Wir müssen zeigen: Es geht bei uns nicht nur um die nächste Tarifrunde, sondern wir haben auch die Aufgabe, uns politisch zu äußern.“

Hier ist das Video zur Podiumsdiskussion 

Podiumsdiskussion

DGB Bezirk Nord

Politische Bildung: Angebote schaffen und bekannt machen

Für Ulli Lessin von der GEW Lübeck hat Bündnisarbeit dabei einen großen Stellenwert. Wir müssen von alten Grabenkämpfen absehen und das Gemeinsame im Kampf gegen rechts finden.“

Die große Bedeutung von politischer Bildungsarbeit stellte Andreas Michelbrink, ver.di, als einen wichtigen Aspekt heraus. Auch wenn diese in den Gewerkschaften in den vergangenen Jahren vielerorts zurückgefahren worden sei, gäbe es überall noch wahnsinnig viel Material. „Wir müssen es nur bündeln und zentrale Angebote bereitstellen“ Das werde ver.di schon bald tun, versprach er.

Direkte Gespräche sind das Wichtigste

Bevor es zum Schluss in die Workshops ging, hatte Andreas Speit das passende Schlusswort:

„Was immer wir tun, nichts ersetzt das Gespräch Face to Face. Wir müssen in die direkte Auseinandersetzung mit Kolleg*innen, Verwandten und Freunden gehen.“ Und noch etwas sei wichtig zu betonen: „Gewerkschaften haben viel erkämpft in der Vergangenheit. Uns ist nichts geschenkt worden. Das will die AfD jetzt zurückdrehen.“

Die Workshops und ihre Ergebnisse:


Nach oben

Blog zum Wandel der Arbeit

Immer auf dem Laufenden

Newsletter
DGB/Robert Kneschke/AdobeStock
Neuigkeiten, Aktionen, Veranstaltungen, Hintergründe - das alles gibt es in unseren lokalen Newslettern für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zu lesen.
zur Webseite …

RSS-Feed DGB Nord

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Mitteilungen tagesaktuell.

Mitglied werden

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten Fahnen hoch: Grafik
DGB

Direkt zu Ihrer Gewerkschaft

Gewerkschaften im DGB
DGB

DGB Gruppen

Teaser DGB Frauen
DGB
Teaserbild DGB Jugend
DGB