Deutscher Gewerkschaftsbund

22.06.2022

Mitbestimmtes Mecklenburg-Vorpommern

Premiere gelungen! Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern haben sich erstmals Betriebs- und Personalräte zu einem gemeinsamen Forum getroffen. Eingeladen hatten Arbeit und Leben und der DGB Nord. Es wurde ein intensiver Austausch.

„Aus Wolgast, Neubrandenburg, Wismar oder Rügen seid ihr hier nach Rostock gekommen. Das freut mich sehr“, eröffnete Fabian Scheller, DGB-Regionsgeschäftsführer in Rostock-Schwerin, das erste Forum für Betriebs- und Personalräte. „Ihr repräsentiert ganz Mecklenburg-Vorpommern“.


Und so vielfältig wie die Orte, waren auch die Branchen, aus denen die rund 50 Kolleginnen und Kollegen gekommen waren: Von den Werften, aus Hotels und Gastronomie, der Pflege oder dem öffentlichen Dienst.

Glückwünsche Zur Wahl an die Betriebs- und Personalräte

Und es durfte gratuliert werden! Das tat gleich zu Beginn unsere DGB Nord Vorsitzende Laura Pooth: „Glückwünsche an alle Kolleginnen und Kollegen, die als Betriebs- und Personalräte neu gewählt oder bestätigt wurden. Ihr habt unseren vollen Respekt verdient. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie diesen, habt ihr eine große Verantwortung für die Beschäftigten in euren Betrieben und Behörden.“

Die Grüße von Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer, der in Berlin zur Kabinettssitzung war, überbrachte Staatssekretär Jochen Schulte und versprach: „Wir wollen weg vom Image des Niedriglohnlandes. Die Erwerbseinkommen müssen steigen und dafür müssen wir die Tarifbindung steigern. Da spielen Gewerkschaften natürlich eine wichtige Rolle.“

Tariftreuegesetz und Betriebsrätepreis

So sei der Entwurf für ein Tariftreuegesetz in der Abstimmung. Zudem solle ein Betriebs- und Personalrätepreis erstmals schon nächstes Jahr verliehen werden. Allen Unternehmer*innen müsse klar sein: „Wir befinden uns in einem Wettbewerb um Fachkräfte. Den Arbeitgebern die das nicht begreifen, gebe ich höchstens noch zehn Jahre.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den drei Betriebsrät*innen Ines Scheel von den MV Werften, Nicole Krull von der DB Netze Schwerin und Maik Gültzow, vom Strandhotel Zingst Darß, ging es um die unterschiedlichen Probleme, vor denen die Kolleg*innen aktuell stehen. Die Schwierigkeiten bei den MV Werften  und der Zukunft für die Beschäftigten dort zum Beispiel. Aber auch die fehlenden Fachkräfte in den Hotels und Gaststätten.

Überlastung und ungleiche Löhne

In vielen Branchen zieht sich die Personalknappheit durch. Überlastung der Kolleginnen und Ungerechtigkeiten bei den Löhnen sind vielerorts die Folgen. Quereinsteiger bekommen in einigen Unternehmen schnell dasselbe gezahlt, wie Kolleg*innen, die schon lange dabei sind. Das sorgt für Frust.

 


Auch die Mobilitätswende war großes Thema. So sei es in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts ein großes Problem, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, weil schlichtweg keine Haltestellen in der Nähe seien oder Busse und Bahnen viel zu selten führen. „Wir haben zwar ein Jobticket“, berichtete ein Kollege“, aber was nützt uns das, wenn kein Zug fährt?“

Laura Pooth betonte, dass für den DGB das Thema soziale Gerechtigkeit ganz oben auf der Agenda stehe. „Die Menschen müssen sich ihr Leben leisten können. Ein wichtiges Thema wird sein, dass wir weiter für eine Übergewinnsteuer kämpfen. Unternehmen, die riesige Gewinne machen, müssen etwas davon an die Allgemeinheit abgeben.“

Wie digital seid ihr und euer Betrieb?

Beim gemeinsamen Workshop brachten die Kolleg*innen von mv works die Betriebs- und Persolaräte in einen intensiven Austausch. Wie digital seid ihr, wie digital ist euer Betrieb? Das waren die Leitfragen. Die wichtigsten Themen dabei: mobiles Arbeiten, Homeoffice und Ausstattung der Heimarbeitsplätze oder die Entgrenzung der Arbeitszeiten.

Zwei weitere Workshops wurden vom Betrieblichen Beratungsteam Mecklenburg-Vorpommern und CORRECT, der Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte, angeboten. Es ging um die „Erlebniswelt Rechts“ oder „Erfahrungen im Arbeitsleben mit grenzüberschreitendem Bezug“.

Agentur für Arbeit mit vielen Angeboten zur Qualifizierung

Den Abschluss machte Thorsten Nappe von der Agentur für Arbeit in Rostock, der allen die Angebote unter dem Titel Weiter.Bildung! ans Herz legte. Zu allen Fragen von Qualifizierung, Transformation oder Förderleistungen stünden Mitarbeiter*innen der Agentur parat, um zu beraten. Jede*r Betriebs- und Personalrat könne davon gerne Gebrauch machen.

Fazit von Fabian Scheller: „Deutlich wurde wieder einmal, wie wichtig der Austausch miteinander ist. Ich habe heute viel von euch allen gelernt. Danke!“


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