Deutscher Gewerkschaftsbund

27.05.2024
Das TransfoMeter der DGB Kiel Region zur Energie- und Wärmewende

Wie lautet nochmal die Frage?

Transformeter

Start/AdobeStock

Ja, wie beschreibt man das jetzt? Ein Geländer! Eine Checkliste! Ein Handwerkszeug! Ein Tool! TransfoMeter heißt dieses „Etwas“. Und es hilft jeder und jedem, für die Energie- und Wärmewende bei sich vor Ort politisch aktiv zu werden.

Transfo – was? Ich erkläre es euch. Erstmal die Internetadresse eingeben: transfometer.de.

Das Problem ist doch, viele Menschen wollen vor Ort in ihren Kommunen politisch etwas für die Energiewende tun, wissen aber nicht genau, wo sie ansetzen können. Da unterstützt das TransfoMeter. Es hilft, die richtigen Fragen zu stellen.

„Muss ich mal nachfragen“

Und wer die richtigen Fragen stellen will, muss erstmal – richtig -die richtigen Fragen stellen.

Das Gute dabei: Auch Nicht-Wissen wird belohnt. „Weiß nicht“, „keine Ahnung“, „nie gehört“ – alles ist erlaubt. Denn das wichtigste Ergebnis steht schon vor dem Start der Befragung fest: „Muss ich mal nachfragen“.

Wer den Online-Fragebogen durchhat, bekommt als Ergebnis eine Art Leitfaden, um fachlich weiter zu fragen. Zum Beispiel im örtlichen Kommunalparlament, bei der Stadtverwaltung oder direkt bei der Bürgermeisterin.

Eine politische Weiterbildung zur Energiewende

Das TransfoMeter gibt Anregungen, was gewerkschaftspolitisch gefordert werden, an welchem Punkt man fachliche Kritik üben oder politische Initiativen starten könnte. Selbst wer keine Frage beantworten kann, bekommt am Ende viele Anregungen für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende vor Ort - eine politische Energiewende-Weiterbildung in Frageform.

Zum Beispiel meine Heimatstadt Kiel. „Befindet sich die lokale Energie- und Wärmeversorgung in kommunaler Hand?“ lautet der erste Punkt.

Ja, lautet die Antwort. Die Kommune kooperiert auch mit Partnern wie Stadtwerken, Energieagenturen und anderen Gemeinden. Dafür gibt es später im Ergebnisbogen einen Daumen nach oben.

 

Transfometer

Daumen hoch, Daumen runter

Doch das „Aber“ folgt. Denn es gibt eher ein unzureichendes kommunales Netzwerk unter Beteiligung von Kommune und Energieversorgern zur Umstellung der lokalen Energie- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Energie. Zudem gibt es zu wenig Kooperationen und Netzwerke mit anderen Partner*innen, wie Handwerkskammer, Gewerkschaften, lokalen Umweltgruppen, Vereinen, Energie- und Wohnungsgenossenschaften, um die Energie- und Wärmewende umfassend voranzubringen.

Weiter geht es. Ja, einen Klimaschutzbeauftragten gibt es in der Stadt. „Aber“ hat die Stadt genug Leute eingestellt, die die Energie- und Wärmewende managen und Strukturen aufbauen?

Wärmepumpe, Solar und Windenergie

Ich weiß, dass Kiel noch keine allumfassende CO2- und Energiebilanzierung, aber einen Klimaplan hat. Es gibt Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Windkraftanlagen zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung. „Aber“, Solaranlagen, Biogasanlagen, Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Abwärme aus Gewerbebetrieben werden noch nicht hinreichend zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung genutzt.

Okay, ich gebe ja zu, ich habe das TransfoMeter schon einige Male für die Entwicklung des Fragebogens gecheckt. Deswegen kann ich die Fragen schnell beantworten. Aber auch Erstnutzer*innen sollten für den Fragenkatalog nur rund 10 bis 15 Minuten brauchen. 

Selbst wer immer wieder „Weiß ich nicht“ anklickt, bekommt am Ende ein nutzbares Ergebnis. Zum Beispiel eine Erklärung, warum es gut für die Energie- und Wärmewende sein kann, wenn in den Kommunen Bürgerenergiegesellschaften oder -genossenschaften gegründet werden.

Wer politisch etwas tun möchte, bekommt im Ergebnisbogen den hilfreichen Hinweis: „Bei diesen Themen lohnt es sich, bei der Kommune nachzufragen.“

Transfometer

Nicht bloß schimpfen, mitgestalten!

Schluss. Alle Fragen sind beantwortet. Jetzt lade ich mir das Ergebnis als pdf herunter: Achtmal geht der Daumen für Kiel hoch, 33mal senkt er sich. Da ist noch Luft nach oben und ich weiß auch, an welchen Punkten ich politisch Druck machen will: Zum Beispiel bei den Fördergeldern. Brüssel stellt viele Milliarden zur Verfügung, die können die Kommunen abgreifen.

Kritik üben, die richtigen Fragen stellen – dabei soll das TransfoMeter helfen. Es geht nicht darum, zu schimpfen und zu sagen, was alles nicht funktioniert. Es geht um eine Versachlichung der Debatte. Die Nutzer*innen sollen in die Lage versetzt werden, konkret mitgestalten zu können. Denn nur wenn wir alle mitanpacken, funktioniert es auch mit der Energiewende.

 

Hier geht es direkt zum TransfoMeter: https://www.transfometer.de/


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Kurzprofil

Frank Hornschu
Seit 2012 ist er Geschäftsführer der DGB Kiel Region, ist Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) und engagiert sich ehrenamtlich u.a. für die Ukrainehilfe der Kiel Region.
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