Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 26.07.2010

Prekäre Beschäftigung besonders krisenanfällig Heuern und Feuern bleibt gängige Praxis


Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 130.000 Personen auf rund 7,6 Millionen Personen verringert. Die Statistiker führen den Rückgang um 1,7 Prozent insbesondere auf den Abbau befristeter Beschäftigung und von Leiharbeitsverhältnissen zurück. Gerade Leiharbeitnehmer zählten zu den Opfern der Finanz- und Wirtschaftskrise, denn jeder 12. von ihnen wurde entlassen.



„Die rückläufigen Zahlen im prekären Bereich deuten nicht auf eine Verbesserung der Arbeitmarktsituation hin sondern zeigen, dass prekäre Arbeitsverhältnisse besonders krisenanfällig sind und diese Arbeitnehmer als erste ihren Job verlieren“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB-Nord.



Trotz des Rückgangs im Krisenjahr 2009 ist die Anzahl der Personen mit befristeter und geringfügiger Beschäftigung, Teilzeitarbeit sowie Leiharbeit in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Von 1999 bis 2009 ist ihre Anzahl um 1,8 Millionen Personen oder fast 31 Prozent angestiegen, während die Zahl der Normalerwerbstätigen um rund 3 Prozent zurück ging. Prekäre Arbeitsverhältnisse verdrängten reguläre Arbeit.


„Diese Entwicklung relativiert die Aussage der Politik, dass wir in den Krisenjahren einen robusten Arbeitsmarkt in Deutschland hatten und sogar ein deutsches Job-Wunder erlebt haben“, erklärte Polkaehn. „Ja, zahlenmäßig gibt es mehr Jobs, aber die Qualität der Arbeitsbedingungen hat sich durch prekäre Arbeitsverhältnisse verschlechtert. Die politische Förderung des Niedriglohnsektors dient den Unternehmen, schadet aber den betroffenen Arbeitnehmer/innen. Sie müssen oft genug zusätzlich zu den Job-Centern gehen und ergänzende Hartz IV-Leistungen beantragen, um Leben zu können“.

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Thomas Ritter 

 

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