Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 22.10.2010

Wir brauchen vernünftige Arbeit, keine Billigjobs

Bild

Der DGB Nord begrüßt die Ankündigung der Wirtschaft, bundesweit mindestens 300.000 neue Stellen zu schaffen. „Leider lässt die Herbst-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), wonach „das Saldo der Beschäftigungsabsichten bei der Zeitarbeit mit plus 51 Prozentpunkten im Branchenvergleich einen absoluten Spitzenplatz“ einnimmt, befürchten, dass auch die Zahl prekärer Arbeitsplätze weiter ansteigen wird“, so der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn.



Im September 2010 gab es beispielsweise bundesweit über 850.000 Leiharbeitnehmer – 3000.000 mehr als im Krisentief ein Jahr zuvor. Deren Arbeitsentgelt beträgt bestenfalls 70 Prozent eines tariflich abgesicherten Arbeitnehmers aus der Stammbelegschaft. Damit wird nicht nur der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ missachtet. Ein nicht geringer Teil der Leiharbeitnehmer muss außerdem - ebenso wie andere Niedriglohnbeschäftigte - sogar ergänzende Hartz IV-Leistungen beantragen. Seit 2005 wurden hierzulande Firmen, die vor allem Teilzeitbeschäftigten, Leiharbeitern und Mini-Jobbern Armutslöhne zahlen, auf diese Weise mit rund 50 Milliarden Euro subventioniert. Polkaehn: „Das ist nicht akzeptabel“.



Der DGB Nord fordert die Unternehmen auf, ihre soziale Verantwortung ernst zu nehmen und auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu setzen. Es sei unstrittig, dass Mitarbeiter, die eine berufliche Perspektive im Unternehmen haben und gut qualifiziert werden, eine höhere Motivation und damit auch eine bessere Arbeitsqualität zeigen. Der Gesetzgeber bleibt aufgefordert, endlich einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen, so Uwe Polkaehn.

Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Tel. 040-60 77 66 1 - 18
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de