Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 21/2020 - 06.03.2020

Internationaler Frauentag - Mit Tarif ist für Frauen mehr drin

Unter dem Motto „#fairgüten“ fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) zum Internationen Frauentag am 8. März eine Erhöhung der Tarifbindung und ein Zurückdrängen prekärer Beschäftigung.

Höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen – Tarifverträge setzen Standards für alle und lohnen sich besonders für Frauen: Zwischen Frauen und Männern klafft eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent. Dort, wo Tarifverträge gelten, ist diese Lücke um ganze 10 Prozentpunkte kleiner und der Bruttostundenlohn von Frauen liegt im Schnitt fast ein Viertel über dem in nicht tarifgebundenen Betrieben. Betriebs- und Personalräte machen sich für Arbeitszeitmodelle stark, die Frauen und Männer die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen.

Deswegen machen der DGB Nord und seine Mitgliedsgewerkschaften am 8. März auf zahlreichen Veranstaltungen auf die besondere Bedeutung der Tarifbindung aufmerksam.

„Gleiches Gehalt für Männer und Frauen –  in Tarifverträgen steckt viel Gleichstellung. Sie sind das zentrale Instrument, um Einkommen und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eine starke Tarifbindung ist somit von erheblichem gesamtgesellschaftlichem Interesse.“, sagt Lisanne Straka, zuständige Abteilungsleiterin für Gleichstellung beim DGB Nord. „Doch es gibt noch Luft nach oben.“ In Hamburg/Schleswig-Holstein profitieren 47 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 49 Prozent aller weiblichen Beschäftigten von einem Tarifvertrag (Stand 2017).

Für die Lohnlücke gibt es viele Ursachen: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne – und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. „Es muss sich grundlegend etwas ändern. Wir brauchen neue Rahmenbedingungen, um die Haus- und Sorgearbeit besser zwischen Männern und Frauen fair aufteilen zu können. Das Elterngeld zeigt, dass Veränderungen möglich sind. Finanzielle Anreize bewegen Männer dazu, Elternzeit zu nehmen und sich an der Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen. Eine Weiterentwicklung des Elterngeldes, hin zu einer echten partnerschaftlichen Arbeitsteilung zwischen Vater und Mutter, wird Frauen im Arbeitsleben stärken“, betont Straka. „Eine Verlängerung der Partnermonate bei der Elternzeit wird Väter stärker in die Verantwortung nehmen, die viele Männer ja längst durchaus wollen“, so Straka weiter.

Tarifverträge drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung – im Erwerbsleben und im Alter.

Damit Frauen den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten muss auch die Bundesregierung handeln. „Arbeitgeber müssen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis mit zertifizierten Verfahren zu überprüfen und Benachteiligung wirksam abzubauen“, betont Straka.


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Thomas Ritter 

 

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