Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 077 - 03.07.2013

Zahl der Minijobber ab 70 hat sich im Norden verdoppelt

Obwohl Stress und Belastungen zunehmen, müssen die Arbeitnehmer in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern immer länger arbeiten: Nach Informationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord) ist das durchschnittliche Renteneintrittsalter in den drei Bundesländern gestiegen. Die Zahl der Minijobber im Alter ab 70 Jahren in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verdoppelte sich sogar seit 2003. Die Wochenarbeitszeit aller Vollzeitbeschäftigten hat sich bundesweit seit 1991 um eine halbe Stunde erhöht. Nur vier von zehn Arbeitnehmern gehen aber davon aus, dass sie unter ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen überhaupt bis zur Rente arbeiten können.

Die Zahl der geringfügig Entlohnten (Minijobber) in der Altergruppe ab 65 Jahren laut Arbeitsagentur:

31.260 Personen in Schleswig-Holstein

18.727 Personen in Hamburg

10.534 Personen in Mecklenburg-Vorpommern.

52 Prozent der Beschäftigten erklärten in repräsentativen Befragungen des DGB, sie müssen „sehr häufig“ oder „oft“ gehetzt arbeiten. 63 Prozent gaben an, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten müssen. Nur 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland gehen davon aus, dass sie unter ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen bis zur Rente arbeiten können. Dagegen vermuten 47 Prozent, dass sie es wahrscheinlich nicht bis zum Rentenalter schaffen.

„Immer noch nehmen viele Arbeitnehmer Abschläge von ihrer Rente in Kauf, weil sie ihre Arbeit vorzeitig aufgeben müssen. Das steigende Renteneintrittsalter zeigt aber auch, dass die Angst vor der Altersarmut real ist. Schon jetzt erreicht der Durchschnittsrentner nach den Abschlägen und Versicherungsbeiträgen nur eine Rente von rund 800 Euro monatlich“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten auspressen wie eine Zitrone, lasten den Sozialkassen die Folgekosten ihrer Geschäftspolitik auf. Mit Minijobs für Senioren werden weder die Unternehmen noch die Gesellschaft froh. Die Rente muss reichen und solidarisch finanziert sein. Wer Erwerbstätige länger halten will, muss dafür sorgen, dass Arbeitsbedingungen und Entlohnung stimmen. Arbeitszeitverkürzung, ein humaner Takt der Arbeit, verbesserte Gesundheitsförderung, altersgerechte Arbeitsplätze sowie lebenslange und altersadäquate Weiterbildung sollten zum Instrumentenkasten eines gut geführten Unternehmens gehören. Die Arbeit muss neu geordnet und die Arbeitswelt dringend humanisiert werden. Die Zahlen zur wachsenden Belastung der Beschäftigten zeigen klar: Die Rente erst mit 67 oder gar 70 ist ein Irrweg.“

Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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