Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 010 - 26.01.2016

Gastwirte und Hotelchefs verprellen Fachkräfte

Gastronomie und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern kommen nur durch korrekte Löhne, Qualität und Service voran. „Die Gastwirte und Hotelchefs verprellen Fachkräfte, die gerade vor dem Start in die Saison auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz sind. Mit Selbstbedienungstheken und mies behandeltem Personal werden die Hotels und Gaststätten in Mecklenburg-Vorpommern nicht punkten können. Dann werden sich die Kunden, Beschäftigten und Auszubildenden dorthin orientieren, wo Löhne, Qualität und Service stimmen. Immer mehr Gäste interessieren sich auch für die Arbeitsbedingungen, wenn sie irgendwo einkehren. Geschäftsmodelle, die auf Schinderei zu Billiglöhnen basieren, haben keine Zukunft.  Die schon lange geltenden Vorschriften, allein aus Versicherungsgründen die Arbeitszeiten zu dokumentieren, wurden offensichtlich über Jahre nicht eingehalten. Es ist erbärmlich, welche Bild die Branche abgibt. Zukunftsmut und Unternehmergeist sehen anders aus“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord).

Wer mehr Spielraum jenseits des geltenden Arbeitsgesetzes reklamiere, der wolle offenbar

·         Beschäftigte offensichtlich mehr als maximal 60 Stunden wöchentlich arbeiten lassen,

·         Arbeitnehmern nicht einmal 11 Stunden Ruhe nach bis zu 10stündigen Arbeitstagen gönnen, obwohl in MV erhebliche An- und Abreisezeiten zum Arbeitsplatz entstehen,

·         Familie und ehrenamtliche Tätigkeiten, etwa in der Feuerwehr, für Mitarbeiter einschränken oder ganz streichen,

·         Beschäftigten auch die letzten freien Sonntage klauen - nur 15 arbeitsfreie Sonntage im Jahr sind durch das Arbeitszeitgesetz geschützt.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern hatte gestern erklärt, fast 30 Prozent seiner befragten Unternehmen habe angegeben, die Zahl ihrer Angestellten reduzieren zu wollen. Neun von zehn Betrieben hätten seit Januar 2015 infolge des Mindestlohns von 8,50 Euro Personalkostensteigerungen sowie höhere Kosten für Lieferanten und Dienstleister verzeichnet.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter 

 

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DGB Nord
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