Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 096 - 13.10.2011

Arbeitsmärkte und Wirtschaft in den Ostseestaaten – Eine vergleichende Studie

Der DGB Bezirk Nord initiierte vor vier Jahren das Projekt BSLN – Baltic Sea Labour Network, in dem 26 Partner aus Gewerkschaftsbünden und Arbeitgeberverbänden aus allen EU Ostseeanrainerstaaten und CBSS (Council oft Baltic Sea States) und BSPC (Baltic Sea Parliamentary Conference) zur nachhaltigen Gestaltung der Arbeitsmärkte in der Ostseeregion zusammen arbeiten.

Das BSLN Projekt ist auf drei Jahre angelegt und endet offiziell im Januar 2012. Es wird von der EU im Rahmen des Ostseeprogramms mit 2,6 Millionen Euro mitfinanziert und die EU hat es zu einem Flagschiffprojekt ernannt. Es ist das einzige Ostseeprogramm der Wirtschaftspartner zusammen mit den Regierungen und der Ostseeparlamentarierkonferenz.

Dieses Projekt hat die Arbeitsmarktthemen in den Fokus der politischen Beratungen gerückt. Fragen der Arbeitnehmermobilität, des fairen Wettbewerbs durch Verhinderung von Lohn- und Sozialdumping, der Qualifizierungspolitik und des Sozialen Dialogs stehen u.a. auf der Tagesordnung. In der Hamburger Abschlusskonferenz, die am 15. und 16. November stattfindet, soll u.a. ein ständiges „Forum für den sozialen Dialog in der Ostseeregion“ eingerichtet werden, in dem die Wirtschaftspartner und die Politik zusammen arbeiten werden.

Im Rahmen eines deutsch-polnischen Pilotprojekts innerhalb des BSLN Projekts arbeiten die Wirtschaftspartner (DGB, Nordmetall, BWH und NSZZ Solidarnosc, OPZZ) zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern ein grenzüberschreitendes Informations- und Kompetenzzentrum für Arbeit und Ausbildung zu etablieren. Die TGS aus Schwerin hat hierzu im Auftrag des BSLN Projekts erstmalig einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarktmonitor für Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern entwickelt.

Um die Arbeitsmärkte und die wirtschaftliche Situation in Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland vergleichen zu können, wird Transparenz über die Daten und Fakten benötigt. Deshalb haben die BSLN Projektpartner eine vergleichende Studie bei „Wilke, Maack und Partner“ in Hamburg  in Auftrag gegeben, um diesen Überblick zu erarbeiten.

Diese Studie, das neue Standardwerk für arbeitsmarktpolitische Vergleiche in der Ostseeregion, liegt nun vor und wir machen sie durch Veröffentlichung auf der DGB Nord-Homepage öffentlich zugänglich. In den offiziellen Dokumenten über das BSLN Projekt wird diese Studie ebenso wie der deutsch-polnische Arbeitsmarktmonitor gleichfalls aufgenommen.

Die Studie hat interessante Ergebnisse ans Tageslicht befördert bzw. ins Bewusstsein gerückt. So lag die Vermutung nahe, dass Schweden die höchste Beschäftigungsrate (78,7 %) hat und Polen mit der Beschäftigungsrate der 55 – 64 Jährigen am Ende der Skala der Ostseestaaten liegt (mit 34,0 %).

Überraschend ist, dass lediglich Deutschland und Dänemark (mit 9,9 % bzw. 13,8 %) eine relativ niedrige Arbeitslosenrate der 15 – 24 Jährigen aufweisen, während Finnland und Schweden bei 21,4 bzw. 25,2 % liegen und die drei baltischen Staaten sogar Jugendarbeitslosigkeitsraten zwischen 33 und 35 % haben.

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Thomas Ritter 

 

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