Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 28.05.2001

Verstärkte Hilfen für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Der DGB fordert verstärkte Anstrengungen, um Schwerbehinderte besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. «Zwar gibt es», so DGB Nord-Chef Peter Deutschland heute bei einer Veranstaltung in Kiel, «im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms «Berufliche Integration Schwerbehinderter» das Ziel, bis Oktober 2002 50 000 Stellen für Behinderte zu schaffen, davon 1500 in Schleswig-Holstein. Ich sehe im Moment aber nicht, wie dieses Ziel unter den jetzigen Umständen erreicht werden kann.»

So sei von Oktober 1999 bis Dezember 2000 in Schleswig-Holstein die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten um 300 verringert worden, anvisiert war eine Zahl von 600. Gleichzeitig sei allein von November bis Dezember 2000 die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten nochmals um 110 gestiegen.

«Der Wille, Schwerbehinderte besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist zweifellos auf Seiten der Landesregierung und der Arbeitsverwaltung vorhanden. Wir müssen aber die bisherigen Instrumentarien überdenken», so Deutschland.

Er schlug vor, sich vor allem auf drei Aktionsfelder zu konzentrieren: die Erschließung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten insbesondere in kleinen und mittelgroßen Unternehmen; eine verstärkte Bildung und Weiterbildung und schließlich neue Ansätze persönlicher Unterstützungsstrukturen, um die Selbständigkeit Behinderter zu verbessern.

Erforderlich sei in diesem Zusammenhang auch eine Integrationswegplanung, so der Gewerkschafter. «Wir brauchen einen Perspektivenwechsel. Bei der Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt müssen wir in

erster Linie von ihren Fähigkeiten ausgehen, erst dann von ihrer Behinderung. Wir müssen behinderte Menschen aus den Ghettos der Werkstätten herausholen und sie in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringen.»

Besonderes Augenmerk müsse, so Deutschland, auf die arbeitslosen Schwerbehinderten gelegt werden, die älter als 50 Jahre seien. Deren Anteil betrage zur Zeit 54 Prozent. Altersbezogene Vermittlungshemmnisse könnten durch erhöhte Eingliederungszuschüsse verringert werden. Voraussetzung sei allerdings eine entsprechende Änderung des Sozialgesetzbuches III. (SGB III). «Wir diskutieren zur Zeit besondere Anstrengungen, um ältere Arbeitnehmer besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren», so Deutschland. «Es gibt keinen Grund, warum ältere Schwerbehinderte nicht auch davon profitieren sollten.»

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