Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.03.2006

Arbeitslosenzahlen: Nichts Neues im Norden ? Statistiken beschönigen

Nach Auffassung des DGB gibt es keinen Grund, den minimalen zahlenmäßigen Rückgang der offiziell registrierten Arbeitslosen zu bejubeln. Immerhin seien, so der DGB Nord-Arbeitsmarktexperte Helmut Uder, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern über 24.000 Arbeitslose in 1-?-Job-Maßnahmen ?versteckt?. Mehrere Zehntausende befänden sich außerdem in Qualifizierungsmaßnahmen und tauchten deshalb ebenfalls nicht in der Statistik auf. Auffallend sei, dass es keinen Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen gebe. Auch seien immer mehr Bezieher von ALG I (SGB III) in ALG II gerutscht und müssten damit eine weitere finanzielle Verschlechterung ihrer Lage hinnehmen.

Uder: ?Die zahlenmäßige Entwicklung der Arbeitslosigkeit als Erfolg des ?wirkungsorientierten Handelns der regionalen Agenturen für Arbeit und der Arbeitsgemeinschaften? darzustellen, ist mehr als kühn. Die derzeitigen arbeitsmarktpolitischen Instrumente stellen eben keine Brücken in den ersten Arbeitsmarkt dar, und die hohe Zahl der 1-?-Jobs zeigt, dass sie mitnichten zu einer nachhaltigen Integration in den ersten Arbeitsmarkt führen.?

Der DGB-Experte wies darauf hin, dass es in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin einen Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gebe. Hamburg habe zwar bundesweit den größten Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen, aber keinen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Daraus folgt, so Uder: ? Die minimalen Rückgänge der Arbeitslosenzahlen in SH und MV sind ausschließlich auf das arbeitsmarktpolitische Instrumentarium, 1-?-Jobs und Förderung der Selbstständigkeit (Ich-AG), zurück zu führen.


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