Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 27.04.2017

Online-Check zur Landtagswahl / Frage 7: Gute Arbeit im Tourismus - was tun Sie dafür?

Am 7. Mai 2017 bestimmen die Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins die Zukunft des Landes. Der DGB Nord hat zur Landtagswahl unter www.nord.dgb.de seinen Online-Check der Parteien gestartet. Dort finden Sie auch die ausführlichen Wahlanforderungen der Gewerkschaften.

Frage 7:
Gute Arbeit gibt es im Tourismus noch viel zu selten. Vor allem in Hotels und Gaststätten werden immer noch Beschäftigte und Auszubildende ausgebeutet, viele erhalten keinen Ausgleich für ihre Überstunden. Der Takt der amtlichen Kontrollen muss dichter werden. Eine „Soko Gastro“ wäre die richtige Antwort auf die massiven und anhaltenden Missstände im Gastgewerbe und Tourismus. Unterstützen Sie dieses Ziel im Landtag?

SPD
Wir haben das klare Ziel, Schleswig-Holstein zum Tourismusland Nr. 1 zu machen. Dabei steht die Verbesserung der Servicequalität an erster Stelle. Guten Service gibt es nur, wenn die Rahmenbedingungen für Fachkräfte stimmen. Aktuell ist der Gastronomiebereich von einem niedrigen Lohnniveau und ungünstigen Arbeitszeiten geprägt. Um die Fachkräftelücke zu schließen sein, brauchen wir gute Arbeit, gute Löhne und gute Ausbildung.
Dafür werden wir ein Sonderprogramm „Gute Arbeit und Ausbildung im Tourismus SH“ auflegen. Dabei kooperieren wir mit Unternehmen und Gewerkschaften. In dieses Programm werden auch weitere denkbare Maßnahmen zur Sicherung und Kontrolle der Arbeitsbedingungen einfließen.

CDU
Die CDU ist der Überzeugung, dass die weit überwiegende Anzahl der Unternehmer gute Arbeitgeber sind und verantwortungsvoll mit ihren Mitarbeitern umgehen. Insofern halten wir Pauschalisierungen bei der Lösungsfindung unter Tarifpartnern für nicht hilfreich. Wir sind der Auffassung, dass die Kontrolle grundsätzlich sehr gut beim Zoll aufgehoben ist. Wir werden uns für mehr Personal beim Zoll einsetzen. Die Bundespolizei brauchte seinerzeit wegen der Flüchtlingskrise dringend mehr Personal. Als Folge wurde aber der Aufbau der Mindestlohnkontrolle durch den Zoll gebremst. Dies darf nicht zum Dauerzustand werden.

Die Grünen
Wir teilen die Einschätzung über die teilweise unhaltbaren Zustände in der Gastronomie. Wir setzen auf ein freiwilliges Fair-Play  Abkommen über Gute Arbeit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Die Branche wird angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels große Probleme in der Zukunft bekommen, wenn sie nicht aktiv wird.

FDP
Die FDP schlägt einen anderen – einen partnerschaftlichen Weg – vor. Von einer generellen Misstrauenskultur halten wir nichts. Wir wollen vielmehr einen Prozess anstoßen, an dessen Ende zum Beispiel ein neu entwickeltes Siegel ‚Faire Ausbildung’ steht – gemeinsam von Gewerkschaften und Unternehmen entwickelt. Im zunehmenden Wettbewerb um Auszubildende gerade im Bereich des Gastgewerbes und der Tourismuswirtschaft wäre ein solches Siegel eine ausgezeichnete Orientierungshilfe für junge Menschen. Wir sind davon überzeugt, dass sich diesem Qualitätswettbewerb …(Satz nicht beendet)

Piraten

SSW
Der Tourismus ist Umsatzbringer und Beschäftigungsmotor in Schleswig-Holstein, so sind mehr als 150.000 Arbeitsplätze direkt vom Tourismus abhängig. Tourismus verzeichnet derzeit einen Boom in Schleswig-Holstein. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen. Um diese Entwicklung halten und weiter ausbauen zu können, bedarf es, neben den infrastrukturellen Voraussetzungen, insbesondere auch qualifiziertes und motiviertes Fachpersonal und Auszubildende.
Der SSW setzt sich für gut bezahlte und sichere Arbeit in allen Berufsbranchen ein.
Das geschilderte Problem ist bekannt und derartige Fälle sind aus unserer Sicht nicht zu tolerieren, denn letztendlich bringen sie den Tourismusstandort in Gefahr. Für den SSW zeigt auch hier das Konzept der „Guten Arbeit“ den Weg.
In der Fachkräfteinitiative des Landes wird dies angesprochen. Das gemeinsame Ziel lautet: eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik und die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen. Das muss auch das Ziel in der Tourismusbranche sein, denn auch dort muss entsprechend gehandelt werden, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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