Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 29.07.2010

Neue Arbeitsmarktstrategie - Glauben und Hoffen?

Bild

Soll der Arbeitsmarkt gesund geredet werden? Soll die Stimmung durch optimistische Prognosen über die Entwicklung der Arbeitsplätze aufgehellt werden? Soll von der aktuellen Langzeitarbeitslosigkeit und der hohen Unterbeschäftigung abgelenkt werden, in dem in zehn Jahren ein Arbeitskräftemangel vorher gesagt wird?

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher des DGB Bezirk Nord, Helmut Uder, hat erhebliche Zweifel an der jüngsten Veröffentlichung der Bertelsmannstiftung, die nach Zeitungsberichten bis zum Jahr 2020 eine Zunahme der Vollzeitarbeitsplätze um 1,7 Millionen (im Vergleich zu 2003) und eine Zunahme der geringfügigen Beschäftigung um 820.000 voraus sagen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat die Beschäftigtenstatistik ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass in den vergangenen 35 Jahren geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zugenommen haben, während gleichzeitig klassische sozialversicherungspflichtige Beschäftigung abgebaut wurde. Von Mitte 1993 bis Mitte 2005 hat, so die bpb, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland um 2,4 Millionen Personen abgenommen. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im selben Zeitraum von 11,0 auf 17,7 Prozent.

So sieht es im Norden aus:

Schleswig-Holstein: Von Juni 1999 bis Juni 2009 ging die Zahl der Vollzeitbeschäftigten von 679.121 auf 640.077 zurück; wobei von 2006 an ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich von 129.245 auf 175.590.

Mecklenburg-Vorpommern: Hier sank die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten von Juni 1999 bis Juni 2009 kontinuierlich von 534.787 auf 421.737 Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg von 69.555 auf 98.878 an.

Hamburg: Von Juni 1999 bis Juni 2009 stieg hier die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Unterschied zu den beiden anderen norddeutschen Bundesländern von 635.296 auf 659.237 an; von 2002 bis 2005 gab es einen Einbruch, der aber in den folgenden Jahren wieder kompensiert werden konnte. Die Teilzeitbeschäftigung in Hamburg nahm von 107.838 auf 149.283 zu.

Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Tel. 040-60 77 66 1 - 18
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de