Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 53 - 16.07.2019

Mindestlohn wirkt! Untere Einkommen um 13 Prozent gestiegen

Bis zu 2,4 Millionen Beschäftigte werden noch immer um gerechten Lohn geprellt

Vor fünf Jahren hat der Bundestag die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns beschlossen. Viele Geringverdiener profitieren davon. Der Mindestlohn hat die unteren Einkommen kräftig um 13 Prozent steigen lassen. Für die Beschäftigten mit den höchsten Einkommen waren es lediglich 3 Prozent. Der Mindestlohn wirkt: Allerdings profitieren immer noch viel zu wenig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Lohnuntergrenze. Nach Berechnungen des DIW sind es bis zu 2,4 Millionen anspruchsberechtigte Beschäftigte, die 2017 weniger als 8,84 Euro brutto pro Stunde verdienten. 

Dazu Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord:

„Dass so viele Beschäftigte um ihren Lohn betrogen werden, ist ein Skandal. Deshalb brauchen wir schnellstmöglich mehr Kontrollen, doch dafür ist noch immer zu wenig Personal da. Beim Zoll muss dafür deutlich aufgestockt werden. Die Arbeitgeber umgehen den Mindestlohn meistens dadurch, dass sie die Beschäftigten länger arbeiten lassen, als vertraglich vorgesehen ist. Unrealistisch hohe Leistungsvorgaben, die nur durch unbezahlte Mehrarbeit zu stemmen sind, gehören ebenso zum Alltag vieler Niedriglöhner. Die Arbeitgeber müssen die geleistete Arbeitszeit genau erfassen, das hat auch der Europäische Gerichtshof kürzlich in einem Urteil festgestellt.“ 

Um den Mindestlohn werden besonders häufig Beschäftigte im Gastgewerbe, im Einzelhandel, bei persönlichen Dienstleistungen und in der Zeitarbeit geprellt. Verstöße nehmen dabei mit der Unternehmensgröße und dem Alter der Beschäftigten ab, in Ostdeutschland wird die Lohnuntergrenze häufiger verfehlt als im Westen, Frauen werden häufiger um den Mindestlohn betrogen als Männer.

 


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