Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 075 - 26.06.2013

Im Norden wird geheuert und gefeuert

 Schleswig-Holstein

Der Arbeitsmarkt ist weiter in Unordnung: 98114 Menschen haben im Jahr 2012 in Schleswig-Holstein ihren Job verloren und sind arbeitslos geworden.

„Billigjobs und befristete Arbeit geben keine Sicherheit. Und der Beschäftigungsanstieg hat das Entlassungsrisiko der Beschäftigten nicht grundlegend ändern können. Gemessen am Beschäftigungsstand in der Region sind immerhin 11 Prozent der regulär Beschäftigten im Laufe des vergangenen Jahres arbeitslos geworden. Trotz der Arbeitgeberklagen über Fachkräftemangel ist in vielen Betrieben Heuern und Feuern immer noch an der Tagesordnung. Die Arbeitnehmer brauchen unbefristete Verträge und eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord).

Deutlich unterdurchschnittlich ist das Risiko der Arbeitslosigkeit für Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe; hier haben im Laufe des vergangenen Jahres rund 8808 Menschen bzw. 6 Prozent der sozialversichert Beschäftigten den Job verloren.

Überraschenderweise ist das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe noch deutlich höher als auf dem Bau. 34857 sozialversichert Beschäftigte wurden im Gastgewerbe zuletzt gezählt, während in 2012 zugleich in dieser Branche 9586 Beschäftigte den Job verloren haben. Dies zeigt die hohe Fluktuation in dieser Branche, die auch wegen ihrer Niedriglöhne und Arbeitsbedingungen in der Kritik steht.

Besonders schlecht ist nach DGB-Berechnungen die Situation für die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. In keiner anderen Branche sind anteilig mehr Beschäftigte arbeitslos geworden. Absolut wurden 9347 Arbeitslosmeldungen von Leiharbeitskräften gezählt, bei insgesamt nur knapp 15143 Beschäftigten im Verleihgewerbe. 62 Prozent der Leiharbeitskräfte wurde im Verleihgewerbe in Schleswig-Holstein über Arbeitslosigkeit ausgetauscht. Im Verleihgewerbe ist das Entlassungsrisiko mehr als 5mal so hoch wie in den anderen Branchen. Dies zeigt, in welch starkem Maße die Verleiher und ihre Firmenkunden die Risiken auf die Leiharbeitskräfte und die sozialen Sicherungssysteme verlagern.

Sozialversichert Beschäftigte in Schleswig-Holstein (Sep. 2012) sowie Arbeitslosigkeit nach Jobverlust 2012

 

absolut

Arbeitslos nach Jobverlust 2012

in v. H. der Beschäftigten

Verarbeitendes Gewerbe

140394

8808

6

Baugewerbe

60243

8730

15

Gastgewerbe

34857

9586

28

Verleihgewerbe

15143

9347

62

insgesamt

874144

98114

11

Quelle: eigene Berechnungen nach BA: Beschäftigung am Arbeitsort, Ende September 2012 sowie DGB-Sonderauswertung der BA-Zugangsstatistik für Arbeitslose

Mecklenburg-Vorpommern

Der Arbeitsmarkt ist weiter in Unordnung: 94943 Menschen haben im Jahr 2012 in Mecklenburg-Vorpommern ihren Job verloren und sind arbeitslos geworden.

„Billigjobs und befristete Arbeit geben keine Sicherheit. Und der Beschäftigungsanstieg hat das Entlassungsrisiko der Beschäftigten nicht grundlegend ändern können. Gemessen am Beschäftigungsstand in der Region sind immerhin 18 Prozent der regulär Beschäftigten im Laufe des vergangenen Jahres arbeitslos geworden. Trotz der Arbeitgeberklagen über Fachkräftemangel ist in vielen Betrieben Heuern und Feuern immer noch an der Tagesordnung. Die Arbeitnehmer brauchen unbefristete Verträge und eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord).

Deutlich unterdurchschnittlich ist das Risiko der Arbeitslosigkeit für Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe; hier haben im Laufe des vergangenen Jahres rund 7091 Menschen bzw. 11 Prozent der sozialversichert Beschäftigten den Job verloren.

Überraschenderweise ist das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe noch deutlich höher als auf dem Bau. 34841 sozialversichert Beschäftigte wurden im Gastgewerbe zuletzt gezählt, während in 2012 zugleich in dieser Branche 12908 Beschäftigte den Job verloren haben. Dies zeigt die hohe Fluktuation in dieser Branche, die auch wegen ihrer Niedriglöhne und Arbeitsbedingungen in der Kritik steht.

Besonders schlecht ist nach DGB-Berechnungen die Situation für die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. In keiner anderen Branche sind anteilig mehr Beschäftigte arbeitslos geworden. Absolut wurden 9568 Arbeitslosmeldungen von Leiharbeitskräften gezählt, bei insgesamt nur knapp 10258 Beschäftigten im Verleihgewerbe. 93 Prozent der Leiharbeitskräfte wurde im Verleihgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern über Arbeitslosigkeit ausgetauscht. Im Verleihgewerbe ist das Entlassungsrisiko mehr als 5mal so hoch wie in den anderen Branchen. Dies zeigt, in welch starkem Maße die Verleiher und ihre Firmenkunden die Risiken auf die Leiharbeitskräfte und die sozialen Sicherungssysteme verlagern.

Sozialversichert Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern (Sep. 2012) sowie Arbeitslosigkeit nach Jobverlust 2012

 

absolut

Arbeitslos nach Jobverlust 2012

in v. H. der Beschäftigten

Verarbeitendes Gewerbe

65510

7091

11

Baugewerbe

42166

10979

26

Gastgewerbe

34841

12908

37

Verleihgewerbe

10258

9568

93

insgesamt

538218

94943

18

Quelle: eigene Berechnungen nach BA: Beschäftigung am Arbeitsort, Ende September 2012 sowie DGB-Sonderauswertung der BA-Zugangsstatistik für Arbeitslose

Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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