Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 23.02.2015

Arbeitszeiten aufzeichnen: Der Mindestlohn ist kein Monster

Mehrere norddeutsche Bundestagsabgeordnete haben den Gewerkschaften zugesichert, ihre Bedenken gegen ein Aufweichen der Mindestlohnbestimmungen in die Koalitionsfraktionen einzubringen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) hatte in einem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein eine strikte Einhaltung der Dokumentationspflicht beim gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro gefordert.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: "Das Unternehmergebrüll gegen das korrekte Aufzeichnen von Arbeitszeiten ist absurd. Das zeigt nur, wie viele Firmen offenbar jahrelang ihre Gewinne durch Lohndumping erzielt haben. Ein Chef oder ein Politiker, der einen simplen Stundennachweis als "Bürokratiemonster" bezeichnet, schickt die Arbeitnehmer mit ihrem Lohnzettel in eine Geisterbahn. Der Mindestlohn ist ein Stunden-Mindestlohn: Es ist daher die selbstverständliche Pflicht jeder Firma, Arbeitszeiten aufzuschreiben – nur so kann verhindert werden, dass Arbeitnehmer um ihr Geld gebracht werden. Seit Jahrzehnten führen etwa auf Baustellen die Maurer, Betonbauer und Zimmerleute ein kleines Heft mit ihren Arbeitszeiten, um ihre Lohnabrechnung mit der real geleisteten Arbeitszeit zu vergleichen. Außerdem schützt dieser Nachweis die Arbeitgeber bei den Überprüfungen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls. Auch beim Mindestlohn muss „Made in Germany“ als Siegel besonderer Solidität gelten.“  


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Tel. 040-60 77 66 1 - 18
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de