Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.02.2013

Mecklenburg-Vorpommern: Nur 70 Prozent der ausbildungsfähigen Jugendlichen erhalten einen Ausbildungsplatz

Die Ausbildungsmarktbilanz 2012 ist geschönt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) erwartet von den Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern die nötige Qualität und Quantität, um allen jungen Menschen einen guten Ausbildungsplatz und eine sichere Berufsperspektive zu bieten. „Die rosarote Unternehmerbrille verschafft keinen Durchblick. Statt einer Bestenauslese müssen die Firmen jedem Schulabgänger ein individuelles Angebot machen und alle Talente nutzen. Nur so kann dem Fachkräftemangel begegnet werden. Es ist 5 vor 12“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord.

Die Bundesregierung und Wirtschaftsverbände feiern heute erneut den sogenannten Nationalen Ausbildungspakt. Tatsächlich sieht es aber auch in Mecklenburg-Vorpommern mau aus: Nur 70 Prozent der ausbildungsfähigen Jugendlichen erhalten tatsächlich einen Ausbildungsplatz.

9629 Ausbildungsangeboten (8325 neue Ausbildungsverträge plus 1304 unbesetzten Ausbildungsstellen) stehen 11.913 institutionell erfasste ausbildungsfähige Interessierte gegenüber (8325 neue Azubis plus 3386 alternativ und unbekannt verbliebene ausbildungsreife Bewerber plus 202 unversorgte Bewerber). Hier nicht hinzugerechnet sind die Jugendlichen, die sich nie bei der Arbeitsagentur gemeldet haben oder von dieser nicht als ausbildungsreif anerkannt worden sind. Von 100 ausbildungsfähigen Jugendlichen mündeten also nur 70 tatsächlich in eine Ausbildung ein.

Polkaehn: „Zu den Jubelmeldungen der letzten Jahre passt ebenfalls nicht die anhaltend hohe Zahl von rund 15 Prozent der Jugendlichen ohne Ausbildung zwischen 20 und 29 Jahren. Die Spitzen von Wirtschaft und Politik sind dringend gefordert, den Ausbildungsmarkt nicht länger schön zu rechnen, sondern endlich ihre Angebote zu modernisieren und eine wirklich attraktive Ausbildung anzubieten – das fängt bei den Vergütungen und Arbeitszeiten an und hört mit einer Übernahmegarantie auf. Die Landesregierung ist dringend gefordert, den Übergang Schule Beruf so zu gestalten, dass Jugendlichen ein guter Einstieg ins Berufsleben zügig ermöglicht wird.“

 


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