Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 28 - 25.03.2020

„Corona-Hilfspaket lässt Familien mit Kindern im Regen stehen.“

DGB Nord fordert bessere Absicherung für Eltern

Die Corona-Krise stellt besonders Familien mit kleinen Kindern wegen der Kita- und Schulschließungen vor enorme Herausforderungen. Die Bundesregierung hatte deshalb angekündigt, für Eltern, die sich nun um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssen, Lösungen zu finden, um ihre erheblichen Einkommenseinbußen zu kompensieren.

„Das ist gründlich schief gelaufen“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord. „Dieser Vorschlag ist respektlos. Vielen wird das Geld fehlen, um ihre Mieten zu zahlen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Anspruch auf Lohnersatzleistung soll nach den Plänen der Bundesregierung bei nur 67 Prozent liegen. Zudem müssen Eltern ihren kompletten Jahresurlaub aufbrauchen, Überstunden abbauen und ihr Arbeitszeitkonto mit Minusstunden belasten. Ferner soll die Leistung nur für erwerbstätige Eltern mit Kindern unter 12 Jahren gezahlt werden, und das Einkommen ist auf gut 2.000 Euro gedeckelt. Mit einem ausreichenden Schutz der Eltern vor Einkommenseinbußen hat das nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: sie werden letztlich sich selbst überlassen. Wer bisher nur den Mindestlohn erhalten hat, wird auf aufstockende Leistungen angewiesen sein. Wir fordern eine unmittelbar wirkende Absicherung von Eltern, die von Schul- und/oder Kitaschließungen betroffen sind, in der Höhe von mindestens 80 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens“, so Polkaehn.


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