Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 69 - 01.10.2020

Nord-Ostsee-Kanal: Investitions- und Bauprogramm beschleunigen

Schaltet endlich den Turbo ein! 

Der Nord-Ostsee-Kanal muss in Bund und Land seine hohe Priorität behalten. „Der aktuelle Rückgang an Passagen sollte genutzt werden, um Investitionen vorzuziehen und den Kanal schneller zu ertüchtigen. Was die Verkehrsminister Scheuer und Buchholz bisher zu bieten haben, reicht angesichts der Krise des Kanals nicht aus - jetzt muss der Turbo eingeschaltet werden. Die norddeutsche Wirtschaft, die Häfen und mehrere zehntausend Arbeitsplätze im Land sind mittelbar oder unmittelbar davon abhängig, dass diese Hauptschlagader des Schiffsverkehrs funktioniert", sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Ein Feeder-Schiff mache 700 Lkw-Transporte überflüssig. Mit der Nutzung des Kanals würden pro Jahr auch ca. 500.000 t Schiffstreibstoff gespart, wöchentlich über 3.300 t CO² nicht ausgestoßen. Das sind 15.600 Tanklastwagen. Ohne den Kanal bliebe nur die Skagerrak-Route. Was für ein Beitrag angesichts der Klimadebatten! Daher sei ein funktionierender Kanal auch ökologisch wertvoll.

„Corona, abnehmende Warenströme und fallende Ölpreise bewirken, dass der Verkehr auf dem wichtigsten Wasserweg des Landes abnimmt. Schleusen, Brücken und Kanalbett benötigen Investitionen. Die internationale Vermarktung und die Projektsteuerung müssen besser werden. Außerdem muss deutlich mehr getan werden zur Fachkräftesicherung", so der DGB-Vorsitzende.

Zur Beschleunigung aller Abläufe sei neben einem engagierten Zeitplan eine ausreichende Zahl von Handwerkerinnen und Handwerkern, Taucherinnen und Tauchern, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Technikerinnen und Technikern für Grundinstandsetzung, Planung und Betrieb nötig. „Wir brauchen dringend die Entfristung aller Arbeitsverträge und die unbefristete Übernahme der Auszubildenden“, so Polkaehn, und weiter: „Das schafft nicht nur Planungs- und Betriebssicherheit für den Kanal sondern auch für die Familien in der Region. Wenn es aber immer wieder zu Problemen an den Schleusen und Computerstörungen komme, werde der Kanal für Reeder unattraktiv und unkalkulierbar.“

In Brunsbüttel wird seit Jahren an der fünften Schleusenkammer gebaut. Eigentlich sollten die ersten Schiffe sie bereits in diesem Jahr nutzen können - nun wird frühestens 2026 mit der Freigabe für den Schiffsverkehr gerechnet. Kollisionen und Störfälle führten auf dem Kanal immer wieder zu Staus und Irritationen in der Transportbranche. Wir brauchen so schnell wie möglich die fünfte Kammer, um die bestehenden betagten Anlagen endlich zu sanieren und ausreichend Reserven für immer wieder auftretende, in der Natur der Schifffahrt liegende, Störfälle zu haben.


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