Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08 - 04.02.2014
Viele wollen mehr arbeiten

Teilzeitjobs: Arbeitgeber bremsen Frauen aus

Jeder Vierte im Norden ist nur in Teilzeit beschäftigt. Die unsichere Arbeit in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bleibt ein Riesenproblem, besonders für Frauen: Sie werden auf dem Arbeitsmarkt besonders schlecht behandelt, müssen häufig Teilzeitjobs annehmen und verdienen im Schnitt 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Gemessen an ihren Arbeitszeitwünschen würden rund 40 Prozent der regulär teilzeitbeschäftigten Frauen und die meisten Mini-Jobberinnen die vereinbarte Arbeitszeit gerne deutlich ausweiten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) fordert die Arbeitgeber auf, auf die jüngsten Erhebungen zu reagieren und endlich angemessene Arbeitszeiten und faire Löhne in den Unternehmen anzubieten.

Eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigte gerade: Vollzeitbeschäftigte wünschen sich im Schnitt eine Verkürzung ihrer vereinbarten Wochenarbeitszeit, teilzeitbeschäftigte Männer und Frauen sowie Minijobber würden dagegen gerne ihre Stundenzahl erhöhen.

„Die Arbeitgeber verschlafen einen Trend, wenn sie nicht auf die Wünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer reagieren. Niedriglohn und familienunfreundliche Arbeitszeiten sind ein Hemmnis für die Beschäftigten, aber auch für die Unternehmensentwicklung. Dass der Anteil der atypisch Beschäftigten steigt, ist kein gutes Zeichen für die norddeutsche Volkswirtschaft“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Nur jeder Vierte unter 30jährige habe eine unbefristete Vollzeitstelle.

Die Zahlen zur Teilzeitarbeit für den Norden:

  • In Schleswig-Holstein sind 28,4 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit tätig, davon sind 82,1 Prozent Frauen - von allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeitet etwa die Hälfte in Teilzeit.
  • In Hamburg sind 24,9 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit tätig, davon sind 75,3 Prozent Frauen - von allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten 40,2 Prozent in Teilzeit.
  • In Mecklenburg-Vorpommern sind 26,5 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit tätig, davon sind 81,8 Prozent Frauen - von allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten 41,5 Prozent in Teilzeit.

Weitere Informationen unter nord.dgb.de


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