Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 026 - 31.03.2014

Der Norden braucht den Mindestlohn

Vom Mindestlohn würde der Norden in erheblichem Maße profitieren: Hier gibt es besonders viele Beschäftigte mit Niedriglohn. Durch die neue, gesetzliche Lohnuntergrenze hätte im Schnitt jeder Betroffene je nach Bundesland zwischen 1.939 und 2.667 Euro pro Jahr mehr in der Tasche – dies entspricht einem unmittelbaren Kaufkraftzuwachs für den Norden in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro. Die Gewerkschaften forderten heute von der Regierung, ihr Wahlversprechen zu halten.

Am Mittwoch, 2. April, wird Arbeitsministerin Andrea Nahles ihren Entwurf für das Mindestlohngesetz in das Bundeskabinett einbringen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) machte heute mit einer Aktion vor dem Kieler Gewerkschaftshaus deutlich, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Norden auf die Verwirklichung des Mindestlohns ohne Abstriche pochen.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Deutschland braucht einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro, der Norden braucht ihn besonders dringend. Ausnahmeregelungen für einzelne Beschäftigten- und Altersgruppen, Branchen oder Regionen darf es nicht geben. Der Niedriglohnsektor hat gigantische Ausmaße angenommen, gerade im Norden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern muss jeder vierte Vollzeitbeschäftigte seinen Lebensunterhalt von Niedriglohn bestreiten, in Hamburg ist es jeder Fünfte. Wer jetzt auch noch beim Mindestlohn tiefstapelt, schickt prekär Beschäftigte weiter als Aufstocker zum Sozialamt. Deshalb muss jetzt endlich ein gesetzlicher Einstieg bei 8,50 Euro festgelegt werden, danach stehen die Gewerkschaften gerne für die weiteren Lohnerhöhungen mit ihrem Sachverstand beratend zur Verfügung.“ Die Arbeitgeber und ihre Verbände rief Polkaehn auf, im Sinne der Sozialpartnerschaft den erfolgreichen Übergang zu einer neuen Ordnung der Arbeit gemeinsam zu gestalten: „Man muss von seiner Arbeit leben können, ohne zum Sozialamt zu gehen. Wer Lohndumping verbietet, stärkt die soziale Marktwirtschaft und jene Unternehmen, die fair entlohnen und korrekt im Wettbewerb agieren.“

Fakten Hamburg

In Hamburg würde es mehr als 150.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besser gehen, wenn der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro gilt. Durch den neuen Mindestlohn hätte jeder Betroffene 2.085 Euro pro Jahr mehr in der Tasche – allein dies entspricht einem Kaufkraftzuwachs für das Land in Höhe von 327 Millionen Euro.

Fakten Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein würde es rund 290.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besser gehen, wenn der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro gilt. Durch den neuen Mindestlohn hätte jeder Betroffene 1.939 Euro pro Jahr mehr in der Tasche – dies entspricht einem Kaufkraftzuwachs für das Land in Höhe von 560 Millionen Euro.

Fakten Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern würde es rund 265.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besser gehen, wenn der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro gilt. Durch den neuen Mindestlohn hätte jeder Betroffene 2.667 Euro pro Jahr mehr in der Tasche – dies entspricht einem Kaufkraftzuwachs für das Land in Höhe von 704 Millionen Euro.

Weitere Informationen im Internet:

www.nord.dgb.de

www.mindestlohn.de

 


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