Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 089 - 29.09.2011

Ältere Arbeitslose bleiben das Sorgenkind

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein innerhalb eines Jahres um 2,7 Prozent auf 96.059 ist erfreulich. Arbeitsmarktpolitisches Sorgenkind bleiben allerdings die über 55jährigen Arbeitslosen, deren Zahl um 6,3 Prozent auf 16.213 anstieg. Hier besteht offensichtlich eine Differenz zu dem behaupteten Fachkräftemangel und der tatsächlichen Situation. Denn wenn der Fachkräftemangel wirklich so gravierend wäre, würden sich die Unternehmen viel mehr anstrengen, die älteren Arbeitnehmer zu beschäftigen“, erklärte der Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Nord, Uwe Polkaehn, anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktstatistik.

In Schleswig-Holstein gibt es einen großen Unterschied bei der Arbeitslosenentwicklung im SGB III-Bereich (Arbeitslosengeld) und dem staatlichen Fürsorgebereich SGB II. Innerhalb eines Jahres verringerte sich die Zahl der SGB III-Arbeitslosen um 11,0 Prozent auf 28.557, während im Hartz IV-Bereich die Arbeitslosigkeit um 1,2 Prozent auf 67.502 anstieg.

Im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik ist in Schleswig-Holstein ein drastischer Rückgang der Teilnehmerzahlen bei Qualifizierungsmaßnahmen (-21,2 %) und bei 1-€-Jobs (-38,6) innerhalb eines Jahres zu beobachten. In beiden Maßnahmen werden 5.800 Arbeitslose weniger erfasst.

Uwe Polkaehn: „Mit der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente hat die Bundesregierung vor wenigen Tagen einen neuen arbeitsmarktpolitischen Kahlschlag eingeleitet. Die Arbeitslosenversicherung, die Beitragszahler werden zum Sparschwein für die Bundesregierung degradiert. Anstatt Reserven für eventuelle Konjunkturkrisen aufzubauen und dann arbeitsmarktpolitisch der Krise entgegen arbeiten zu können, werden die Mittel drastisch gekürzt. Von 2012 bis 2015 werden Schleswig-Holstein durch die Sozialkürzungen der Bundesregierung insgesamt 1,1 Milliarden Euro fehlen. Damit werden die Lebenschancen insbesondere der Langzeitarbeitslosen vor Ort rücksichtslos beschnitten“. Diese arbeitsmarktpolitische Kahlschlagpolitik verhindere außerdem, dass die dringend benötigte Qualifizierungsoffensive so richtig in Gang komme.


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