Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 022 - 29.02.2012

Stellungnahme zur Februar-Arbeitsmarktstatistik in Schleswig-Holstein

„Sorgenkinder“ des Arbeitsmarkts in Schleswig-Holstein bleiben auch im Februar 2012 die Langzeitarbeitslosen, deren Zahl sich um 2,8 Prozent auf 34.697 im Jahresvergleich erhöhte, während sich die Gesamtarbeitslosigkeit um 5,1 Prozent verringerte. Auch die Arbeitslosenzahl der 55  bis 65 Jährigen nahm um 1,3 Prozent auf 18.600 zu.

Die Zahl von 11.900 arbeitslosen jungen Menschen (bis 25 Jahre) hält der DGB Bezirk Nord für zu hoch. „Die Arbeitslosigkeit junger Menschen ist kein Jugend- oder Berufsausbildungsproblem. Die Unternehmen verpassen gute Chancen, wenn sie nicht bereit sind, ihrem Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung und anschließende Übernahme eine mehrjährige Berufspraxis zu sichern. Das wäre eine Maßnahme, um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern“, erklärt Uwe Polkaehn, Bezirksvorsitzender des DGB Nord. „Das Motto muss lauten: Nicht über den Fachkräftemangel jammern, sondern junge Menschen übernehmen und einstellen.“

Bemerkenswert ist die Differenz zwischen dem Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Entstehung von Arbeitsplätzen. Im Jahresverlauf ist die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein um knapp 6.000 zurück gegangen, während die Statistik 21.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse ausweist. D.h. die meisten Arbeitsverhältnisse wurden mit Menschen aus der „stillen“ Reserve, die nicht als Arbeitslose gemeldet sind, besetzt.

Der DGB Bezirk Nord mahnt bei der Präsentation der Februar-Arbeitsmarktzahlen erneut an, nicht in einem „mengenmäßigen Rausch“ zu geraten sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze mit zu berücksichtigen (beispielsweise Vollzeit- oder Teilzeitarbeit, befristete oder unbefristete Arbeitsverhältnisse, billige Leiharbeit oder reguläre Arbeit, geringfügige Beschäftigung oder Existenz sichernde Bezahlung).


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Thomas Ritter 

 

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