Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 48/2021 - 01.06.2021

Corona-Jahrgang verhindern – duale Ausbildung stärken!

Jeder 12. Ausbildungsplatz ging im Corona-Jahr 2020 in Schleswig-Holstein verloren. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Erneut sank die Zahl der noch unbesetzten Plätze um 4 %, im Vergleich zu Mai 2019 sind es nun 650 Plätze weniger. Auch die Zahl der Bewerbungen sank erneut um 12 Prozent zum Vorjahr, im Vergleich zu Mai 2019 sind es 19,7 Prozent weniger.

Ingo Schlüter, Vize-Vorsitzender DGB Nord: „Um einen weiteren Corona-Jahrgang zu verhindern, müssen alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen bis zum Ferienbeginn und darüber hinaus beim Finden eines Ausbildungsplatzes und bei der Bewerbung durch konkrete Angebote intensiv unterstützt werden. Und die Unternehmen sind in der Pflicht, Ausbildungsplätze auszuschreiben und der Bundesagentur für Arbeit zu melden, statt nur nach Fachkräften zu rufen. Niemand sollte sich von den niedrigeren Bewerberzahlen blenden lassen. Nur 4.600 der diesjährigen knapp 28.000 Schulabgänger:innen sind in der BA-Statistik als Bewerber:innen zu finden. Jugendliche, die sich ohne Einschaltung der Arbeitsagentur selbst um einen Ausbildungsplatz kümmern, sind grundsätzlich nicht erfasst. Darauf weist auch die Bundesagentur in ihrer aktuellen PM hin. So sei der Rückgang der Bewerber nicht mit einem rückläufigen Interesse von jungen Menschen an der Berufsausbildung gleichzusetzen. Vielmehr unterblieben derzeit Meldungen, weil die gewohnten Zugangswege versperrt sind und durch digitale Alternativen nicht vollständig ersetzt werden können.“

Der dramatische Trend auf dem Ausbildungsmarkt wird auch Mittelstandsindex der KFW bestätigt: Rund ein Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen wollen in 2021 weniger ausbilden. Laut KfW-Index will sogar jedes 7. klein- und mittelständische Unternehmen, das gar nicht von der Corona-Krise betroffen ist, seine Ausbildung noch weiter runterfahren.

"Wenn auch vor der Pandemie, in den Jahren der guten Konjunktur und Arbeitsmarktentwicklung die Zahl der ausbildenden Betriebe immer weiter sank, brauchen wir nachhaltige Lösungen, die die Zukunftschancen der Jugendlichen und die Akzeptanz der dualen Berufsbildung sichern. Notwendig ist eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie. Von ausgebildeten Fachkräften profitieren schließlich alle Unternehmen, also sollen sich endlich auch alle an der Finanzierung beteiligen. Mit den Geldern der Umlage soll insbesondere die Anzahl und die Qualität der betrieblichen Ausbildungsplätze gesteigert wird. Diese Garantie muss immer die Möglichkeit umfassen, die Ausbildung komplett zu absolvieren und eine Abschlussprüfung zu machen", so Schlüter weiter.

 


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