Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 042 - 09.05.2014

Uni Kiel und Uni Flensburg sollen kooperieren

Im Konflikt um die Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein hat Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschafsbundes Nord (DGB Nord) und Mitglied des Kuratoriums der Christian-Albrechts-Universität, heute in einem Schreiben an den Kieler Universitätspräsidenten Gerhard Fouquet alle Seiten zur Deeskalation aufgerufen: „Das Gebot der Stunde ist Kooperation, Konsens- und Kompromisssuche zum Wohle der Studierenden, Beschäftigten und Lehrenden.“ Er erwarte von allen Akteuren zielführende Beiträge zu einer sorgfältigen Entwicklungsplanung für eine Lehrerausbildung, die den Erfordernissen der Zukunft entspricht, so Polkaehn. Die Zusammenarbeit der Hochschulen in Kiel und Flensburg müsse besser werden, das Ministerium müsse im Rahmen der kommenden Erörterungen die Fragen zu den strukturellen, finanziellen, qualitativen und zeitlichen Aspekten der geplanten Reform beantworten.

Der volle Wortlaut des Schreibens:

„ Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Fouquet,

der Konflikt um die Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein hat ein Niveau erreicht, das viele Menschen im Lande besorgt, die den Schulen und Hochschulen gewogen sind. Sie wünschen sich, dass die Debatte von gegenseitiger Wertschätzung erfüllt ist und auf Augenhöhe erfolgt. Vor diesem Hintergrund begrüße ich ausdrücklich Ihre Entschuldigung für das deplatzierte Wort vom „blutigen Krieg“ zwischen zwei Hochschulen. Sie haben dem Präsidenten der Universität Flensburg weiter mitgeteilt, dass sich die politische Auseinandersetzung der letzten Zeit um den Entwurf des Lehrerbildungsgesetzes nicht gegen die Universität Flensburg und gegen die Integrität der dortigen Kolleginnen und Kollegen richtet. Ich sehe in diesen Äußerungen einen wichtigen Beitrag zur Deeskalation. Das Gebot der Stunde ist Kooperation, Konsens- und Kompromisssuche zum Wohle der Studierenden, Beschäftigten und Lehrenden. In der Praxis von Forschung und Lehre ist es auch gar nicht möglich, die Zusammenarbeit der Hochschulen in Kiel und Flensburg für beendet zu erklären – es gibt sie, und sie kann besser werden. Dies ist auch deshalb dringend geboten, weil andernfalls den Hochschulen wie dem Land insgesamt ein Imageschaden droht, den niemand will.

Es geht um die Bildung von morgen. Lehrer in Schleswig-Holstein müssen nach dem künftigen Bedarf des Landes ausgebildet werden. Es ist deshalb sachgerecht, ihre Ausbildung auf die neue Schulstruktur in Schleswig-Holstein zuzuschneiden. Wie dies im Konzert der Universitäten genau zu instrumentieren ist, sollte Sache kollegialer Gespräche der Hochschulleitungen in Kiel und Flensburg mit dem zuständigen Ministerium sein. In dem Prozess der Modernisierung der Hochschulen sollte alle Seiten jenseits von Personalisierungen den Dialog sach- und lösungsorientiert führen. Ich bin mir sicher, dass die Kieler Universität hier ihre Stärken zeigen wird und Kommunikations- wie Innovationsfähigkeit am konkreten Beispiel beweist.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Fouquet, Sie haben jüngst erklärt, man solle sich für die anstehenden Beratungen die nötige Zeit nehmen und auch externen Sachverstand nutzen. Die Wissenschaftsministerin hat versichert, die Reform der Ausbildung werde nicht zu Lasten der Christian-Albrechts-Universität gehen. Ich denke, all dies sind Beiträge zu einer Versachlichung der Diskussion. Im Rahmen der kommenden Erörterungen werden gewiss auch Ihre Fragen zu den strukturellen, finanziellen, qualitativen und zeitlichen Aspekten vom Ministerium zu beantworten sein.

Als Kuratoriumsmitglied möchte ich Sie ausdrücklich zu weiteren konstruktiven Beiträgen auf der Sachebene ermuntern. Dabei wird es vor allem darum gehen, zu sagen, was gemeinsam möglich ist – und nicht, was jeweils einzeln abgelehnt wird. Von daher erwarte ich von allen Akteuren zielführende Beiträge zu der von Ihnen zurecht geforderten „sorgfältigen Entwicklungsplanung" für eine Lehrerausbildung, die den Erfordernissen der Zukunft entspricht.

Die Gewerkschaften sind bereit, in den anstehenden Gesprächen inhaltliche Beiträge zu leisten, um den Umbau der Hochschulen und die Reform der Lehrerausbildung im Lande zu einem Erfolg werden zu lassen.

Freundliche Grüße

 

Uwe Polkaehn“

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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